Trains of Thoughts am 14.5.2013

Am Dienstag wurde im Rahmen des MAK NITE Lab der Film „Trains of Thoughts“ gezeigt.

© MAK/Katrin Wißkirchen

 

© MAK/Katrin Wißkirchen

Mit beeindruckender Nähe schafft es Timo Novotny ein Einblick in großstädtische U-Bahn Systeme zu geben. Neben Aufnahmen der Infrastruktur, bestechen vor allem die authentischen Portraits und Auseinandersetzungen mit dem Ort „U-Bahn“ als Teil einer globalisierten Welt. Dieser hochfrequentierte Raum bietet nicht nur architektonische Besonderheiten, sondern definiert sich auch als ein Schauplatz und Treffpunkt für verschiedenste Schicksale. Schnell merkt man, dass die Filmemacher es schaffen den Menschen in ihren Ruhephasen und Verletzlichkeit zu begegnen, um so gleichzeitig einen paradoxen Widerspruch zu der getakteten Hektik eines U-Bahnsystems darzustellen.

 

Mitglieder der „sofa surfers“ begleiteten live bei der MAK NITE Sequenzen aus dem Film musikalisch, sie produzierten auch den Soundtrack für den Film. Timo Novotny gelingt es mit ihnen so den Sound der pulsierenden Großstadt mit Loops und Soundschnipseln ehrlich in einen Dokumentarfilm einzubauen.

© MAK/Katrin Wißkirchen

Blumen schenken zum Muttertag

Den Muttertag gibt es in Österreich als Feiertag seit 1924. Sein Ursprung liegt in den USA und beruht auf dem Engagement von Anna Jarvis. Deren Mutter gründete schon 1865 eine Bewegung, die Frauen mit erschwerten Lebensbedingungen unterstützte. Anna Jarvis organisierte anlässlich des zweiten Todestages ihrer Mutter am 12. Mai 1907 ein „Memorial Mothers Day Meeting“. Damit setzte sie den entscheidenden Impuls für die Erhebung dieses Gedenktages zum Staatsfeiertag durch Präsident Wilson im Mai 1914. Anfang der 20er Jahre etablierte sich der Muttertag auch in Europa.

 

Joseph Binder: Zum Muttertag schenkt österreichische Waren! 1933
(© MAK/Gustav Belousek; BNIPI 1362)

 

 

Muttertagsplakate aus den 50er Jahren.
Links: Atelier Koszler (© MAK; PI 5407) Mitte: Atelier Koszler, Entwurf August Keil (© MAK; PI 5408) Rechts: Atelier Hofmann, Entwurf Walter Hofmann (© MAK; PI 5841).

 

Anna Jarvis gab im Zusammenhang mit dem Feiertag auch den Anstoß für den Brauch, Blumen zu schenken. Als die Methodistenkirche in Grafton eine Andacht zu Ehren aller verstorbenen Mütter hielt, ließ Anna Jarvis 500 weiße Nelken verteilen. Zum selben Anlass verfasste sie ein Schreiben, in dem sie die Grundgedanken des Muttertags festhielt. Seither sollte die weiße Blume als Verkörperung mütterlicher Tugenden zum Gedenken an die Verstorbenen verschenkt werden und die rote Nelke den lebenden Müttern gewidmet sein.

Dekorstoff (Chintz): dichte rote Nelkenzweige, naturweißer Grund (© MAK/Branislav Djordjevic; T 6797).

 

 

Zur derzeit laufenden Ausstellung ‚Ein Schuss Rhythmus und Farbe. Englisches Textildesign des ausgehenden 19. Jahrhunderts‘, MAK-Studiensammlung Textil, wurden 918 Englische Stoffe und Tapeten online gestellt: http://sammlungen.mak.at

Blumen strahlen durch ihre Natürlichkeit und Vielfalt eine Lebendigkeit aus, die auf ideale Weise Empfindungen wie Liebe und Dankbarkeit transportieren. Gleichzeitig versinnbildlichen sie das Menschenleben in seiner Blütezeit und Vergänglichkeit. In ihrer ambivalenten Symbolik ziehen sich Blumenmotive durch alle Epochen und Gattungen der Kunstgeschichte, wie sich auch an der Sammlung und Ausstellungen des MAK zeigen lässt:

Michael Powolny (Entwurf): Die vier Jahreszeiten, um 1907. (© MAK/Georg Mayer; KE 7884, KE 7885, KE 9575, KE 9576).

 

Einzelne Stücke sind derzeit in der Ausstellung ‚Wien 1900‘ im MAK zu sehen.

Felice Rix-Ueno: ‚Stoffdesign große Blumen‘, Entwurf für die Wiener Werkstätte 1903-1932 (© MAK; KI 12883-2)

 

Diverse ‚Farbdrucke‘ einer Serie, Japan (© MAK; KI 13623)

In der aktuellen MAK-Ausstellung ‚ J E X – Jewelry Exhibition. Schmuck von Petra Zimmermann‘ setzt sich Petra Zimmermann in ihren Schmuckobjekten mit der Vergänglichkeit des Schönen auseinander. Eine Symbolik, die auch der Blume innewohnt. Aktuelle Arbeiten von Petra Zimmermann greifen auch vermehrt florale Motive auf.

 

Foto: © MAK/Katrin Wißkirchen

Ausstellungsansicht ‚J E X – Jewelry Exhibition. Schmuck von Petra Zimmermann‘

Blumeprints gibt es im MAK Designshop.

 

‚Blumen wissen viel zu sagen,

Haben manch verborgenen Sinn,

Und des Herzens reine Liebe

War die erste Dichterin‘

(C.F. Bürger, 1750)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fashion Lab

 

MAK Fashion Lab signifies the start of a new series that will sound out the border realms of fashion, design, textile design, and new technologies as forms of applied arts.
In collaboration with guest curator Sabine Seymour, who among other things is author of Fashionable Technology (2008), MAK will investigate the interplay of art, science, and research based on smart textiles. Invited designers, artists, and experts will fill the MAK DESIGN SPACE, a site that maintains a continuous laboratory character. Despite its experimental character, MAK Fashion Lab sees itself as an impulse generator for industrial design and production processes, and associates concretely with the textile and technology branches. The first MAK Fashion Lab about SONIC FABRIC will open on 25 June 2013 with the installation BLESS N°45 Soundperfume engineered by Popkalab.

Weltausstellung in Wien 1873


Industriepalast (© MAK; KI 2903-176)

Vor 140 Jahren fand am 1. Mai 1873 zum 25-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs in Wien die erste Weltausstellung im deutschsprachigen Raum statt. Es war eine Zeit des Umbruchs, die vom Bau der Ringstraßenpalais und der Entwicklung Wiens zu einer mitteleuropäischen Metropole geprägt war. Für Länder wie China, Japan Ägypten, Thailand, Türkei war der zentrale Schauplatz zwischen Ost und West die erstmalige Chance, sich in diesem Umfang an einer Weltausstellung zu beteiligen und in einen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit den westlichen Industrienationen zu treten.

Chinesischer Pavillon (© MAK; KI 2903-697)

Industriepalast – Präsentation der Firma Lobmeyr (© MAK ; KI 2903-123)

Die Wiener Weltausstellung sollte in Größe und Monumentalität die bisherigen Ausstellungsorte in Paris und London um ein Vielfaches übertreffen. Obwohl  neun Tage nach der Eröffnung der ‚Wiener Börsenkrach‘ folgte und eine Choleraepidemie im gleichen Jahr viele ausländische Gäste von einer Reise nach Wien abhielt, durfte die Veranstaltung mit 40 beteiligten Ländern einen neuen Rekord verzeichnen. Die verschiedenen Pavillons erstreckten sich auf 233 Hektar Pratergelände. Im Zentrum dominierte der Industriepalast mit seiner Rotunde, die von einer überdimensionalen Kaiserkrone überragt wurde. Es handelte sich um den damals größten Kuppelbau der Welt, welcher 1937 einem Brand zum Opfer fiel.

Rudolf von Eitelberger, der erste Direktor des ‚k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie‘ (heutiges MAK), förderte dieses Großereignis engagiert. Er veranstaltete Spezialausstellungen, gab eine Festschrift heraus und lud sechzig bedeutende Kunsthistoriker zum ersten wissenschaftlichen Kongress dieser Art nach Wien ein. Gleichzeitig erkannte der Museumsdirektor die einmalige Chance für das Museum, vor allem die asiatische Sammlung wesentlich zu erweitern. Der Austausch mit Japan wurde besonders intensiv betrieben und so kam es zum Erwerb von u.a. japanischen Textilien, Leder- und Metallarbeiten, Bijouterien und Strohgeflechten. Im Gegenzug profitierte auch das Kunst- und Industriemuseum in Tokyo von zahlreichen europäischen Gewerbeobjekten.

Rahmen, Florenz, 1873.
Links: Historische Aufnahme 1873 (© MAK; KI 2903-1899);
Rechts: MAK Sammlung (© MAK/Georg Mayer; H 255)

 

 

 

Link: www.wiener-weltausstellung.at

 

 

 

 

 

 

After Work Meeting Point: Die MARS Glas Edition

Auf Initiative der MAK ART Society (MARS) interpretierten dreizehn Künstler unserer Zeit den Wasserbecher aus Adolf Loos’ Trinkservice No. 248. Seit 1931 wird es von Lobmeyr ausgeführt. Im Original tragen die Becher am Boden einen feinen, seidenmatt polierten Brillantschliff.

Die MARS Glas Collection zeigt Facetten einer Annäherung. Zwischen Ehrfurcht und Experiment spannt sich als roter Faden der künstlerische Blick. Mehr oder weniger radikal transformiert er den ikonischen Becher in ein zeitgenössisches Statement. Jedes Glas spricht für sich. Dennoch ist die Gesamtschau mehr als die Summe ihrer Teile, gleich einer Kunstsammlung en miniature.

Von jeher bezieht Lobmeyr wesentliche Impulse aus der Zusammenarbeit mit Malern, Architekten und Designern. Ihre Ideen werden mit allen Möglichkeiten des Handwerks umgesetzt. Dadurch erfüllen Lobmeyr-Gläser künstlerische ebenso wie funktionale Ansprüche. Auch bei extravaganter Ästhetik sind sie nachdrücklich für den Gebrauch bestimmt.

Ein Set der MARS-Glas-Edition von J. & L. Lobmeyr wird anlässlich der Eröffnung der
MAK-Ausstellung LOOS. Zeitgenössisch feierlich der MAK-Sammlung übergeben.

Seit 1986 bietet die MARS Kunstinteressierten die Möglichkeit, sich aktiv an den Ideen und der Arbeit des MAK zu beteiligen. Die MARS fördert das MAK bei der Realisierung von Aktivitäten, die Kunst direkt unterstützen: bei Forschungsarbeiten, dem Ankauf von Kunstwerken, der Unterstützung von Ausstellungsprojekten und bei der Finanzierung von Publikationen. Die Mitglieder der MARS erhalten u. a. Einladungen zu Führungen, exklusiven Events, Previews, Vernissagen, Kunst- und Architekturreisen.

 


www.makdesignshop.at

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