MAK inside: Die Welt von gestern, heute im MAK: “WIEN 1900″


„Es kann unmöglich genügen, wenn wir Bilder, u. wären sie auch noch so herrlich, erwerben. So lange nicht unsere Städte, unsere Häuser, unsere Räume, unsere Schränke, unsere Geräte, unsere Kleider und unser Schmuck, so lange nicht unsere Sprache und unsere Gefühle in schlichter, einfacher und schöner Art den Geist unserer eigenen Zeit versinnbildlichen, sind wir unendlich weit gegen unsere Vorfahren zurück und keine Lüge kann uns über alle diese Schwächen täuschen.“

Josef Hoffmann / Koloman Moser / Fritz Waerndorfer: Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte, 1905


“WIEN 1900. Wiener Kunstgewerbe 1890–1938“

Was macht die Faszination Wiens um 1900 aus? Die multikulturelle sowie traditionsreiche Vielfältigkeit der Monarchie um 1900 bildete mit all ihren Gegensätzen und Widersprüchen den Nährboden für eine kulturelle Blüte.

Am 20. November werden daher im MAK drei grundlegend neu konzipierte Schauräume eröffnet, die der Entwicklung des Wiener Kunstgewerbes zwischen 1890 und 1938 gewidmet sind. Gegliedert in drei Kapitel, begibt sich die Neuaufstellung, eingebettet in einen breiten zeitlichen Rahmen, auf eine historische Suche nach einem modernen Wiener Stil.

In einer ersten von Michael Embacher gestalteten Phase wird das von Christian Witt-Dörring in Zusammenarbeit mit den KustodInnen des MAK erarbeitete inhaltliche Gesamtkonzept anhand ausgewählter, bisher kaum der Öffentlichkeit bekannter Objekte vorgestellt. Angelehnt an die bisherige Praxis des MAK, der Gestaltung seiner Säle ein künstlerisches Gesamtkonzept zu Grunde zu legen, wurde die Künstlerin Pae White (Los Angeles) mit dem Entwurf einer künstlerischen Intervention für die zweite abschließende Phase betraut. Sie wird auf Basis dieser temporären Präsentation und Objektauswahl im Mai 2013 eröffnet.

Gustav Klimt, Entwurfszeichnung Erfüllung, 1911, © MAK/Georg Mayer; Rosa Krenn, Zierschrank, Wien, 1912, Ausführung: Karl Adolf Franz (Marketerie), Florian Hrabal (Tischlerarbeit), © Gerald Zugmann/MAK; Koloman Moser, Paravant, Wien, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte; © MAK/Georg Mayer

Highlights der Ausstellung: Klimt, Hoffmann, Loos, Moser, Wagner

Zu den Highlights der Ausstellung zählen die neun Entwurfszeichnungen Gustav Klimts, die er für das zwischen 1905 und 1910 entworfene Fries für die Speisehalle des Palais Stoclet anfertigte. Im Kontrast dazu steht die einfache und reduzierte Formensprache der Werke Josef Hoffmanns und Koloman Mosers, der Begründer der Wiener Werkstätte. Bestandteil der umfangreichen MAK-Sammlung sind unter anderem verschiedene Metall-, Glas- und Textil-Objekte der Wiener Werkstätte, die in den Schauräumen in Szene gesetzt werden. Otto Wagners „Geschirrschrank“, das erste „moderne“ Wiener Möbel, den er 1899 für seine eigene Wohnung entworfen hat, sowie ein von Adolf Loos gestaltetes und nachgebautes Zimmer sind weitere Besonderheiten der Ausstellung.

Wir freuen uns schon sehr darauf, diese einzigartigen Objekte der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Um die Wartezeit zu verkürzen, möchten wir euch schon vorab einen exklusiven Einblick in die Aufbauarbeiten der Ausstellung geben.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Mehr Infos zur Ausstellung und dem Führungsprogramm gibt es hier

© Sabrina Handler

Ein erster Blick in den Ausstellungsraum …

© Sabrina Handler

Kurator Christian Witt-Dörring:

„Am momentanen Prozess ist es äußerst spannend zu sehen, wie die am Papier erarbeiteten konzeptuellen Ideen sich im Raum realisieren und dementsprechend punktuell adaptiert werden müssen.“

© Sabrina Handler

Ausstellungsarchitekt Itai Margula vom Büro Embacher/Wien mit Projektkoordinatorin Sabrina Handler

Sabrina Handler:

„WIEN 1900 ist für mich deshalb ein besonderes Projekt, da ich erstmals mit beinahe allen MAK-KustodInnen gleichzeitig an einer Neupräsentation der Schausammlung zusammenarbeite. Momentan scheint alles wie ein Puzzle. Allmählich fügen sich die einzelnen Elemente zu einem schönen Gesamtbild!“

© Sabrina Handler

Elisabeth Schmuttermeier, Kustodin MAK-Sammlung Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv

© Sabrina Handler

Hier werden ab 20. November die Entwurfszeichnungen Gustav Klimts zu sehen sein.

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