Weltausstellung in Wien 1873


Industriepalast (© MAK; KI 2903-176)

Vor 140 Jahren fand am 1. Mai 1873 zum 25-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs in Wien die erste Weltausstellung im deutschsprachigen Raum statt. Es war eine Zeit des Umbruchs, die vom Bau der Ringstraßenpalais und der Entwicklung Wiens zu einer mitteleuropäischen Metropole geprägt war. Für Länder wie China, Japan Ägypten, Thailand, Türkei war der zentrale Schauplatz zwischen Ost und West die erstmalige Chance, sich in diesem Umfang an einer Weltausstellung zu beteiligen und in einen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit den westlichen Industrienationen zu treten.

Chinesischer Pavillon (© MAK; KI 2903-697)
Industriepalast – Präsentation der Firma Lobmeyr (© MAK ; KI 2903-123)

Die Wiener Weltausstellung sollte in Größe und Monumentalität die bisherigen Ausstellungsorte in Paris und London um ein Vielfaches übertreffen. Obwohl neun Tage nach der Eröffnung der ‚Wiener Börsenkrach‘ folgte und eine Choleraepidemie im gleichen Jahr viele ausländische Gäste von einer Reise nach Wien abhielt, durfte die Veranstaltung mit 40 beteiligten Ländern einen neuen Rekord verzeichnen. Die verschiedenen Pavillons erstreckten sich auf 233 Hektar Pratergelände. Im Zentrum dominierte der Industriepalast mit seiner Rotunde, die von einer überdimensionalen Kaiserkrone überragt wurde. Es handelte sich um den damals größten Kuppelbau der Welt, welcher 1937 einem Brand zum Opfer fiel.

Rudolf von Eitelberger, der erste Direktor des ‚k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie‘ (heutiges MAK), förderte dieses Großereignis engagiert. Er veranstaltete Spezialausstellungen, gab eine Festschrift heraus und lud sechzig bedeutende Kunsthistoriker zum ersten wissenschaftlichen Kongress dieser Art nach Wien ein. Gleichzeitig erkannte der Museumsdirektor die einmalige Chance für das Museum, vor allem die asiatische Sammlung wesentlich zu erweitern. Der Austausch mit Japan wurde besonders intensiv betrieben und so kam es zum Erwerb von u.a. japanischen Textilien, Leder- und Metallarbeiten, Bijouterien und Strohgeflechten. Im Gegenzug profitierte auch das Kunst- und Industriemuseum in Tokyo von zahlreichen europäischen Gewerbeobjekten.

Rahmen, Florenz, 1873.
Links: Historische Aufnahme 1873 (© MAK; KI 2903-1899);
Rechts: MAK Sammlung (© MAK/Georg Mayer; H 255)

 

 

 

Link: www.wiener-weltausstellung.at

 

 

 

 

 

 

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