Zu Gast im MAK: Richard Sennett mit seinem Vortrag „Craftsmanship“

Welche Parallelen es zwischen dem Spielen eines Instruments und der Tätigkeit des Programmierens gibt, verriet der US-Amerikaner Richard Sennett – eine Koryphäe der Kultursoziologie – am 9. Oktober im MAK-Vortragssaal. Unter dem Titel Craftsmanship legte Sennett seine Gedanken zum Handwerk im digitalen Zeitalter dar und schilderte plausibel, weshalb er in handwerklichen Tätigkeiten weit mehr als nur eine manuelle Praxis sieht. Für alle, die den Vortrag nicht besuchen konnten oder ihn gerne noch einmal sehen würden, ist er hier abrufbar:

Sennett, der bereits 2008 seine Publikation The Craftsman veröffentlichte, lieferte nicht nur den BesucherInnen des Vortrags spannende Denkanstöße zur Rolle und Bedeutung des Handwerks, auch Tina Zickler und Rainald Franz, die KuratorInnen der Ausstellung handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt (14.12.2016 – 9.4.2017, MAK-Ausstellungshalle), fanden in Sennett einen wichtigen Impulsgeber für ihr Ausstellungskonzept.

Richard Sennett, Vortrag "Carftsmanship" im MAK, 2016, Videostill © MAK
Richard Sennett, Vortrag „Carftsmanship“ im MAK, 2016, Videostill
© MAK

Im Zentrum der in insgesamt sechs Kapitel gegliederten Ausstellung handWERK steht die Rolle des Handwerks als wesentlicher Bestandteil der materiellen Kultur und kulturellen Identität. Den beiden KuratorInnen ist es zum einen wichtig, hochqualitative und kulturgeschichtlich bedeutende Stücke aus verschiedensten Sparten zu zeigen, zum anderen wollen sie die AusstellungsbesucherInnen dazu einladen, HandwerkerInnen in einer „Live-Werkstatt“ vor Ort über die Schulter zu schauen.

handWERK spannt einen Bogen von der Vergangenheit bis in die Zukunft: Die historisch sich wandelnde Bedeutung des Handwerks wird ebenso zum Thema gemacht wie sein ressourcenschonendes Potenzial, während auch „Handwerk“ als inflationär gebrauchter Begriff in der Werbung hinterfragt werden soll.

Ein Beitrag von Lara Steinhäußer, MAK-Presse und PR

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