Eine Reise zum Josef Hoffmann Museum in Brtnice

Ende Juni 2019 veranstaltete das MAK zur Eröffnung der Ausstellung JOSEF HOFFMANN – OTTO PRUTSCHER eine seiner schon zur Tradition gewordenen MAK ON TOUR-Reisen zum Josef Hoffmann Museum in Brtnice, Tschechien. Die wieder bis auf den letzten Platz gefüllte Tagesbusreise möchten wir zum Anlass nehmen, diesen einzigartigen Ort, der seit 2006 von der Mährischen Galerie in Brno und vom MAK Wien als gemeinsame Expositur geführt wird, am MAK BLOG näher vorzustellen.

Josef Hoffmann blieb seinem Geburtshaus bis nach dem Zweiten Weltkrieg eng verbunden. Nach dem Tod seiner Eltern richtete er ab 1907 das barocke Bürgerhaus am Stadtplatz als Sommersitz für sich und seine Schwestern neu ein. Hoffmann rearrangierte den vorhandenen spätbiedermeierlichen Hausrat seiner Eltern verbunden mit Wanddekorationen in Schablonentechnik sowie Holzdekor und Möbeln nach eigenen Entwürfen für die Wiener Werkstätte. Für Josef Hoffmann war das Elternhaus ein Ort der Inspiration, den er von der Öffentlichkeit weitgehend abschirmte.

 

Faszinierendes Interieur

1945 wurde das Haus enteignet und zur Stadtbibliothek der Gemeinde umfunktioniert. Nach der MAK-Ausstellung Der barocke Hoffmann (1992), die erstmals wieder Entwürfe und Objekte Hoffmanns aus dem MAK in der Tschechischen Republik zeigte, entstand der Plan zur Restaurierung des Gebäudes. 2004 wurde die Renovierung des Interieurs abgeschlossen. BesucherInnen des Josef Hoffmann Museums haben damit die Möglichkeit, Josef Hoffmanns Neugestaltung im Sinne der Wiener Moderne nachzuspüren.

Regelmäßige Ausstellungen

Seit dem Jahr 2009 gibt die Dauerausstellung JOSEF HOFFMANN: Inspirations Einblick in die künstlerischen Inspirationen Hoffmanns an dessen Geburtsort. Zudem trägt eine jährlich vom MAK realisierte Wechselausstellung im Josef Hoffmann Museum dazu bei, Leben und Werk des wegweisenden Architekten im Verhältnis zu seinen Kollegen im Bewusstsein der Öffentlichkeit lebendig zu halten.
Die heurige Jahresausstellung JOSEF HOFFMANN – OTTO PRUTSCHER (bis 27. Oktober 2019) widmet sich dem Verhältnis Josef Hoffmanns zu Otto Prutscher (1880–1949). Zehn Jahre jünger als Josef Hoffmann und Adolf Loos war Prutscher wie Hoffmann entwerfender Architekt und Designer in allen Materialbereichen der angewandten Kunst, Ausstellungsgestalter, Lehrer und Mitglied aller wichtigen Reformkunstbewegungen, von der Secession bis zur Wiener Werkstätte und dem Werkbund. In einer konzentrierten Gegenüberstellung diskutiert die Ausstellung das komplexe Schaffen Prutschers im Spiegel von Hoffmanns Œuvre.

 

Gartenanlage

Zum Ensemble des Josef Hoffmann Museums zählen ein Hof und ein malerischer Garten samt Stadel. Als Teil des Projekts „Bilaterale Designnetzwerke“ im Rahmen des Programms „INTERREG V-A Österreich-Tschechische Republik“ werden Maßnahmen gesetzt, das Josef Hoffmann Museum und seine Außenanlagen als attraktiven öffentlichen Ort zu verankern. Unter anderem wurden im Jahr 2019 im Garten des Museums eine mobile Wohnbox errichtet, die als Gastatelier dient, und eine permanente Bar, die zum Verweilen einlädt.

 

Öffnungszeiten:
Juli–August: täglich 10:00–17:00 Uhr
September–Oktober: Di–So 10:00–17:00 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung
Eintrittsschluss: 16:00 Uhr

Ein Beitrag von Cäcilia Barani, MAK-Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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