StadtFabrik – Wer, Wo, Was, Wann, Warum?

Harald Gründl und Viktoria Heinrich vom IDRV – Institute of Design Research Vienna im Interview

StadtFabrik: Wer und was ist das?

Die StadtFabrik, ein Forschungslabor für neue kreative Arbeits-, Lebens- und Gestaltungsweisen, untersucht die zukunftsfähigen, kreativen Potentiale Wiens und versucht, seine AkteurInnen und Pionierprojekte sichtbar zu machen. Im Rahmen von verschiedenen Formaten wird so eine Plattform für Wiener Kreative geschaffen, die interdisziplinäre Kommunikation fördern soll.

Viktoria Heinrich und Harald Gründl © Fabian Stern /IDRV StadtFabrik
Viktoria Heinrich und Harald Gründl © Fabian Stern /IDRV

Gemeinsam mit dem MAK (Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur, Kustodin MAK-Sammlung Design; Janina Falkner, Neue Lernkonzepte) und der Wirtschaftsagentur Wien (Elisabeth Noever-Ginthör, Leitung Kreativzentrum departure; Alice Jacubasch, Projektleitung) ist das IDRV – Institute of Design Research Teil des StadtFabrik-Teams.

Hintergrund des Projekts StadtFabrik: Seit wann gibt es die StadtFabrik? In welchen Formaten?

Das Format StadtFabrik hat sich ursprünglich aus der Vienna Biennale 2015: Ideas for Change entwickelt. Gemeinsam mit dem damaligen MAK-Kurator Thomas Geisler entstand die Idee eines „Real-time“-Forschungslabors, das mithilfe von sogenannten Demonstratoren – Versuchsanordnungen im Stadtraum – neue Arbeits- und Produktionsmöglichkeiten im kreativen Kontext sichtbar macht und einen Möglichkeitsraum für alternative Gestaltungskonzepte eröffnet.

 

Seit 2016 ist diese Idee unter dem Namen „StadtFabrik“ in verschiedenen Formen aktiv: 2016 mit dem Fokus auf die Themen „Commoning“, „Inclusion“ und „Future Production“ und im Kontext der VIENNA BIENNALE 2017: Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft als Ausstellung unter dem Titel StadtFabrik: Neue Arbeit. Neues Design.

Im Fokus jedes Formats steht dabei immer ein zukunftsfähiger Designbegriff, der neben ökologisch nachhaltigen Themen auch sozial, gesellschaftlich und politisch relevante Inhalte einbezieht und einen holistischen Blick im Design erfordert. Die Fragen „Wie wollen wir in Zukunft leben, arbeiten und gestalten?“ und „Wie sehen alternative und nachhaltige oder zukunftsfähige Produktionsweisen aus?“ stehen im Fokus des Forschungslabors.

 

Kooperation: Mit wem wird zusammengearbeitet? Wer sind die Verbündeten?

Verbündete haben wir viele: In Wien gibt es eine Vielzahl an Projekten und AkteurInnen, die die Stadt mit neuen Ideen bereichern und nach ihren Vorstellungen verändern. Sei es Team Wien mit seinem partizipativen Stadtprojekt „Park macht Platz“ oder Markus Jeschaunig, der die Abluft von U-Bahn-Schächten nutzt, um Gemüse in der Stadt zu produzieren. Vor allem die Projekte der Demonstratoren im Rahmen der StadtFabrik 2016 zeigen, wie man auch jetzt schon nachhaltig und lokal produzieren, kooperativ zusammenarbeiten und ganz allgemein ein Bewusstsein für zukunftsfähiges Design schaffen kann. Seit 2016 haben wir intern über 250 Projekte ausfindig gemacht, die exemplarisch für die Inhalte der StadtFabrik stehen.

 

StadtFabrik 2018: Was passiert hier? Was steckt dahinter?

In diesem Jahr – StadtFabrik 2018 #wiegehtveränderung – geht es vor allem darum, die Inhalte der letzten zwei Jahre zusammenzufassen und auf den von uns zusammengetragenen Projekten aufzubauen. Wir wollen wissen: Wie schaffen diese Projekte einen Wandel in Wien hin zu einer wünschenswerteren Zukunft und wie funktioniert Veränderung? Gibt es dafür ein Rezept? Wie können wir eine Vernetzung von Projekten und AkteurInnen untereinander schaffen?

Gemeinsam mit LWZ, einem Wiener Design- und Grafikbüro, erarbeiten wir derzeit eine Art Logbuch für den Wandel. Mithilfe dieses Hefts wollen wir eine Vernetzung nicht nur innerhalb der kreativen Szene Wiens erreichen, sondern ein allgemeines Bewusstsein für neue Arbeits- und Lebensweisen fördern. Das Logbuch hilft, eigene Ideen weiterzudenken und Projekte mit anderen zu teilen.

Und wann gibt es was zu sehen?

Das Heft soll noch in diesem Jahr veröffentlicht und an alle StadtFabrik-Interessierten verteilt werden. Wünschenswert ist, dass dieses Logbuch als eine Art Leitfaden sichtbar wird, der anbietet, selbst aktiv zu werden. Wandel kann dabei schon im Kleinen beginnen, es braucht nicht immer ein großes Projekt.

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Tipp:
Der katalanische Designer Martí Guixé ist mit seinem Vortrag Design as Tool for Empowerment und der Masterclass (Workshop) Designing a socio-political movement for change anlässlich der VIENNA DESIGN WEEK 2018 (28.9.–7.10.2018) zu Gast im MAK:

DESIGN NITE
Di, 2. Oktober 2018, 12:00–17:00 Uhr
Masterclass: Designing a socio-political movement for change – Ein Workshop mit Martí Guixé
MAK-Lounge, Anmeldung auf MAK.at/vdw2018 erforderlich

Di, 2. Oktober 2018, 19:00 Uhr
Keynote von Martí Guixé
MAK-Säulenhalle, Eintritt frei

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