„Ein wunderschönes und inspirierendes Arbeitsumfeld“: Gundi Eßlinger, MAK-Leitung Gebäudemanagement und Sicherheit, im Interview

Seit einem Jahr leitet Gundi Eßlinger das Gebäudemanagement im MAK. Mit Jänner 2021 hat sie auch die Leitung der Sicherheitsabteilung übernommen. Für den MAK-Blog lässt sie hinter die Kulissen ihres Jobs im Museum blicken und stellt ihren Arbeitsalltag vor. Wie vielfältig ihr Aufgabenbereich ist, erfahren wir im Interview.

MAK: Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Gebäudemanagement“? Was gehört zu Ihren Aufgaben?

Gundi Eßlinger: Das Gebäudemanagement beschäftigt sich mit der Bewirtschaftung von bestehenden Gebäuden und deren technischen Anlagen. Man kann das Aufgabengebiet in die Bereiche technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches Gebäudemanagement untergliedern. Gemeinsam mit meinem Team, bestehend aus Haustechnik und Hauselektrik, dem AV-Techniker und den Reinigungsdamen bin ich für den reibungslosen Ablauf im Haus zuständig. Dazu zählen unter anderem die Beauftragung einer Vielzahl an Wartungen und Reparaturen im technischen Bereich, Unterhalts- und Sonderreinigungen oder die Koordination von Auf- und Abbauten von Ausstellungen mein Team betreffend. Investitionen in Maschinen und Betriebsausstattung oder nutzerspezifische bauliche Investitionsvorhaben fallen ebenfalls in meine Zuständigkeit. Ich bin auch für den Brandschutz verantwortlich. Ich habe es mir in meinem ersten Jahr zur Aufgabe gemacht, mir einen Überblick über den Zustand aller technischen Anlagen und der gesamten Ausstattung zu verschaffen, um eine Zuordnung innerhalb des Lebenszyklus zu ermöglichen und damit langfristig nötige Investitionen besser planen zu können.

 

MAK: Ihre berufliche Laufbahn führte Sie unter anderem an die Webster Vienna Private University. Warum haben Sie sich für das MAK entschieden? Waren Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn bereits in einem Kunstbetrieb tätig?

GE: In der Webster Vienna Private University haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Es wurde ein vorübergehender Investitions- und damit auch Bauprojektestopp verhängt. Dann hat das Management gewechselt und alle Investitionen wurden endgültig auf Eis gelegt. Ich habe mich für das MAK entschieden, weil ich hier die Möglichkeit habe, Projekte verschiedenster Größenordnung umzusetzen und mich täglich in einem baulich wunderschönen und inspirierenden Arbeitsumfeld zu bewegen. Ich war noch nicht in einem Kunstbetrieb tätig, aber ich bin eine begeisterte Museumsbesucherin. Für mich ist diese Tätigkeit die perfekte Verbindung meiner beruflichen Fähigkeiten und meiner privaten Interessen.

MAK: Welche Dinge haben Sie erwartet, als Sie die Position angetreten haben, was hat Sie überrascht?

GE: Ich dachte, ich würde die Möglichkeit einer ausführlichen Übergabe haben, um das Haus mit seinen Abläufen und Besonderheiten gut kennenzulernen. Leider war mein Vorgänger aufgrund einer familiären Ausnahmesituation bei meinem Start bereits freigestellt. So hatte ich nur wenige Stunden Übergabe, in denen ich über die wesentlichen Abläufe informiert wurde. Sehr positiv überrascht war ich von der hohen Einsatzbereitschaft und der großartigen Unterstützung von Anfang an durch mein Team. Nur wenige Wochen nachdem ich meine Tätigkeit begonnen habe wurden alle aufgrund des Lockdown in Kurzarbeit geschickt. Genau zu dieser Zeit hatten wir zum Beispiel einen Lüftungsmotorschaden, mit starker Rauchentwicklung. Die Folgen konnten wir trotzdem mit vereinten Kräften rasch beheben. Abteilungsübergreifend haben dann auch die Mitarbeiter*innen der Restaurierungsabteilung sehr geholfen, um Schäden an den Objekten in den zwei großen Hallen, die zu dem Zeitpunkt mit Ausstellungen bespielt wurden, abzuwenden.

Gerüst für Reinigungs- und Elektroarbeiten, MAK-Säulenhalle © Gundi Eßlinger/MAK
Gerüst für Reinigungs- und Elektroarbeiten, MAK-Säulenhalle
© Gundi Eßlinger/MAK

MAK: Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus und welche Herausforderungen bringt der Job mit sich?

GE: Ich erfahre von einem Problem oder einer Anforderung, tausche mich mit meinem Team aus und wir überlegen den besten Lösungsansatz. Wir holen Angebote ein, ich kümmere mich dann intern um die Budgetfreigabe und die Bestellung und danach den Freigabeprozess. Ich bekomme laufend Anfragen für technische Unterstützung oder Reinigung beim Auf- und Abbau von Ausstellungen. Verschiedene Abteilungen melden ihren Bedarf an Sanierungs-, Reinigungs- oder Umbaumaßnahmen an, die es zu koordinieren gilt. Es ist wichtig, bei der Vielzahl an verschiedenen Anfragen den Überblick zu bewahren und eine laufende Priorisierung vorzunehmen. Manche Tätigkeiten sind nur sehr aufwendig durchführbar, für die Reinigung der Glasfenster der Feststiege und für den Tausch von Lampen musste beispielsweise extra ein Gerüst aufgebaut werden.

 

MAK: Welche großen Projekte haben Sie bereits vorgenommen bzw. werden Sie demnächst betreuen?

GE: Gemeinsam mit der Burghauptmannschaft bauen wir seit Herbst 2020 einen neuen barrierefreien Zugang am MAK-Haupteingang Stubenring, die Garderoben in den Foyers werden ebenfalls umgestaltet. Ich konnte in der zentralen unteren Ausstellungshalle den Bodenbelag erneuern und die Wände sanieren lassen. In der oberen Ausstellungshalle wurde der Parkettboden neu geschliffen und geölt. Wir haben derzeit in beiden Foyers und im Vortragsaal im Gebäude Weiskirchnerstraße Bodensanierungsarbeiten und tauschen den Parkettboden aus. Es stehen uns umfangreiche Elektrosanierungsmaßnahmen bevor, auch in den Bereichen Brandschutz und Sicherheit haben wir einige große Projekte in Planung.

 

MAK: Seit Jänner 2021 haben Sie auch die Leitung des Bereichs Sicherheit inne. Welche neuen Aufgabenbereiche und Schwerpunkte haben Sie übernommen?

GE: Wir haben einige große Projekte in den Bereichen Modernisierung der Zutrittskontrolle, Sicherheitsanlagen, Videoüberwachung oder Außenhautsicherung in Vorbereitung. Mit der Übernahme des Bereichs Sicherheit und dessen Umorganisation konnte ich mir die Unterstützung durch erfahrene Kollegen holen. Dazu zählt die Sicherheitszentrale mit den Portier*innen sowie den Haus- und Oberaufseher*innen, die unser Sicherheitsverantwortlicher Herbert Januj nun personell verantwortet. Für die Mitarbeiter*innen der Kassa ist unser Kollege Franz Unger zuständig – beide berichten an mich. Unser Kollege von der Poststelle und unser Fahrer haben ebenso in mein Team gewechselt. Mein Aufgabenbereich ist so vielschichtig wie dieses wunderbare Museum, und das ist jeden Tag aufs Neue motivierend und spannend.

Das Interview führte Cäcilia Barani, MAK-Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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