soma architecture. Immanent Elasticity

Marlies Wirth, Kuratorin der Ausstellungsreihe ANGEWANDTE KUNST. HEUTE hat uns ein paar Fotos vom Aufbau der Ausstellung soma architecture. Immanent Elasticity geschickt!

Die von soma architecture für ihre Einzelausstellung im MAK konzipierte begehbare Installation handelt von Elastizität, der Eigenschaft spezifischer Materialien, biegsam, verformbar und damit auf verschiedene Weise veränderbar zu bleiben. Dabei meint Elastizität auch eine offene Haltung zu Raum und Architektur sowie deren Wahrnehmung und Interpretation durch den Menschen. Die verzweigte, wolkenartige Raumstruktur bleibt auch sinnbildlich elastisch, sie gibt keine Bedeutungen vor, sondern bleibt frei und individuell interpretierbar. Trotz der Künstlichkeit des Materials erscheint sie gewachsen und lebendig, trotz ihrer stringenten Regelhaftigkeit und eindeutigen geometrischen Beschreibbarkeit bleibt sie chaotisch und mehrdeutig. In ihrer Elastizität steht sie für jene spekulative Raumauffassung, mit der soma architecture die vielschichtigen Verstrickungen von Wahrnehmung und geometrischen Prinzipien thematisiert.

Die Ausstellung im MAK DESIGN LABOR läuft noch bis zum14.09.2014.

Am Do, 11.9.2014 um 17:00 Uhr findet eine Publikumspräsentation und Führung mit der Kuratorin und den ArchitektInnen statt

 

Sporty Supaheroe Jacket – EXEMPLARY: 150 Years of the MAK – from Arts and Crafts to Design

To mark the museum’s jubilee, the MAK presents an inspiring juxtaposition between the tradition-steeped MAK collection and contemporary avant-garde design. Divided into nine areas, the exhibition reveals changing perspectives between defining moments of the MAK’s history—which are told through the actions of influential protagonists close to the museum—and future topics in 21st century design that will prove pivotal for the museum. In so doing, the exhibition depicts the evolution of the MAK from a promotional and educational institution for Austrian arts and crafts to an internationally outstanding forum for applied arts, design, architecture, and contemporary art.

Nine globally renowned design pioneers have agreed to participate in an experiment to investigate the significance of a model exemplary collection as a source of inspiration, which was the original motivation for founding the museum. Faced with selected design examples, they will sketch out possible future subject areas and enhancements for the unique MAK collection.

 

Wolfgang Langeder, Bike Jacket, Sporty Supaheroe Jacket, AT, 2013, Cotton, polyurethane, copper, LED, electronic components © Utope / Foto: Elisabeth Grebe

 

One crucial design for this exhibition is this Wolfgang Langeder’s high-tech cycling jacket that contains a wearable electronic system which is attached to the inside of the garment. Stretchy polyurethane circuits with numerous LEDs are intended to guarantee visibility and safety in traffic. Additional technical components – such as sensors that react to movement and change of direction – further enhance the effect.

Visitors of the exhibition are invited to use the online participation platform to comment on and contribute to this unique exemplary collection.

 

 

 

 


 

Curatorial Guided Tours through the exhibition EXEMPLARY: 150 Years of the MAK – From Arts and Crafts to Design
Thu, 10.7.2014, 5 p.m.
Sat, 27.9.2014, 11 a.m.
with Tulga Beyerle, Director of the Kunstgewerbemuseum [Museum of Decorative Arts] in Dresden

Wed, 17.9.2014, 5 p.m.
with Thomas Geisler, Curator, MAK Design Collection

Remora – EXEMPLARY: 150 Years of the MAK – from Arts and Crafts to Design

Sabine Seymour’s selection for extending the MAK collection within the exhibition „EXEMPLARY:

150 Years of the MAK – from Arts and Crafts to Design,” displays a cross section of a futuristic market: Google Glass promises augmented reality, mechanically transformed clothing takes shape through new lighting technology, reacts to sound, touch or the emotions of the wearer. The examples reside at the intersection of technology and style.

3D printing revolutionizes not only the manufacturing process of clothing, but also its aesthetics.

Neri Oxman, Corset Remora, 2012 In collaboration with Prof. W. Craig Carter (MIT, Cambridge, USA) 3D printed by Stratasys (Multi-Material Technologie) © Yoram Reshef

Neri Oxman, Corset Remora, 2012 In collaboration with Prof. W. Craig Carter (MIT, Cambridge, USA) 3D printed by Stratasys (Multi-Material Technologie) © Yoram Reshef

 

These wearable “mythical” objects are based on computer models and were printed out in 3D on various multicolored materials. They have a futuristic aesthetic, but their formative use actually derives from biological structures. A specific functionality is achieved by the combined use of various hard and soft plastics (e.g. a harder outer shell, but soft material on the inside for a better wearing comfort).

Visitors of the exhibition are invited to use the online participation platform – to comment on and contribute to this unique exemplary collection.

More information at MAK.at and materialecology.com.

 

Barbara Karl im Interview

Am 8. April öffnet die neugestaltete Schausammlung Teppiche wieder ihre Türen.
Wir haben uns mit Barbara Karl, Kustodin der Sammlung Teppiche und Textil unterhalten.

© MAK

 

 

Was ist für Sie persönlich das faszinierende an Teppichen? Woher kommt Ihr Interesse und wie würden Sie Ihren Zugang beschreiben?
Ich soll in wenigen Sätzen antworten… das ist bei der vielschichtigen Faszination, die die Objekte ausstrahlen, schwierig. Abgesehen davon, dass die Teppiche der Sammlung einzigartige Objekte von unvergleichbarer Qualität und Schönheit sind, bemühe ich mich um einen rationell wissenschaftlichen Zugang. Faszinierend ist neben der Farben und Formenvielfalt speziell die Tatsache, dass man an den Teppichen auch die Verbindungen zwischen unterschiedlichen Kultursphären nachvollziehen kann.

Was gefällt Ihnen persönlich am besten an der Neugestaltung? Gibt es ein Lieblingsobjekt?
Es ist wunderbar wie Michael Embacher das inhaltliche Konzept, das internationale Vernetzungen hervorstreicht, ins vernetzende Raumkonzept umsetzt!

Welche fünf Adjektive fallen Ihnen zur Neuaufstellung ein?
Zu viele!!

Gibt es zu einem Teppich eine schöne Geschichte?
Es gibt zu fast jedem Teppich, dessen Provenienz bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar ist, Geschichten. Eine große Anzahl von Objekten stammt aus dem Besitz der ehemaligen Herrscherdynastie der Habsburger und diente ehemals repräsentativen Zwecken.

Wie konstant ist die Auswahl der Objekte? Sind Wechsel in regelmäßigen Abständen angedacht?
Die Präsentation soll in regelmäßigen Abständen verändert werden. Wir gehen von ca. 3 Jahren aus.

Gibt es interessante Neuzugänge in der Sammlung aus den letzten Jahren?
Die Kosten für gute historische Teppichen sind so hoch, dass Ankäufe derzeit leider nicht in Frage kommen.

Teppiche waren auch immer Teil eines Austauschs zwischen Asien und Europa. Wie kann die Reise eines Teppichs aussehen?
Er wurde in Kairo gefertigt, auf dem Nil nach Alexandria transportiert, dort auf ein venezianisches Schiff verladen. In Venedig an einen Agenten des Kaisers verkauft und nach Wien transportiert. Das dauerte.

 

 

 

Zukunft mit Vergangenheit. Das MAK im 150. Jahr


© MAK

Von seinen Gründungsintentionen her war das 1863 initiierte k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie eine Institution, die auf Innovation ausgerichtet war. Kritik an bestehenden Kunstmuseen im 19. Jahrhundert ebenso wie Forderungen, auch die Herstellungsverfahren der Ausstellungsstücke in den Museen angemessen zu berücksichtigen, führten zu neuen Ideen für eine angemessene museale Präsentation von Erzeugnissen der angewandten Kunst.

Gottfried Semper entwickelt im Jahr 1852 seinen „Idealplan“ für ein fiktives „metallotechnisches“ Museum. Semper projektierte nicht weniger als ein universelles Museum, dessen „historisch, ethnografisch und technologisch“ geordnete Sammlungen einen „Längsschnitt, Querschnitt und Grundriss“ durch die gesamte Kulturwissenschaft geben sollten. 150 Jahre Sammeln, Dokumentieren, Ausstellen bilden auch einen Wandel des Objektwertes in allen Dimensionen des Wortes „Wert“ ab. Die Sammlungen des MAK sind kultureller Beleg dieses Wandels. Auch als im Museum im wissenschaftlichen Bereich Beschäftigter macht man und denkt man diesen Wandel mit. Im besten Fall ist man Teil der Veränderung, im schlechtesten Fall wird man verändert. In jedem Fall wünschenswert ist das MAK als lebendige Institution im Austausch mit seinen BesucherInnen und NutzerInnen. Die Hausgeschichte des MAK ist auch Objekt- und Ideengeschichte, und es liegt an uns, die Objekte und die dahinterstehenden Ideen den BesucherInnen näherzubringen, die uns faszinieren. Keine Zukunft ohne Kenntnis der Vergangenheit. [RF]