App-Stories #2: Eintauchen in die MAK-App und ihre Features

 

Authentische Einblicke durch Videos, persönliche Audiokommentare von KuratorInnen, SammlungsleiterInnen und RestauratorInnen des MAK, greifbare Kontexte durch Originalfotos, Schnappschüsse von BesucherInnen und Comics internationaler ZeichnerInnen – das und mehr bietet ab 16.9. die neue MAK-App für Tablets. Fürs Erste tauche ich in das Feature „entdecken“ ein:

 

Eine Seite, die mit Schränken, Tassen, Vasen, Stühlen, Tischen, Kissen, Gläsern, Büchern möbliert ist. Dazwischen vereinzelte Verben – „schreiben“, „lieben“, „feiern“ und viele andere begegnen mir. Aber Vorsicht: Besser, ich gewöhne mich nicht an diesen Anblick, denn die Seite wird nie wieder so aussehen, wie ich sie jetzt vor mir sehe – sie baut sich stets aufs Neue auf, zeigt sich mir laufend in neuem Kleid, mit neuen Nachbarschaften von Gegenständen und Verben.

Ich lasse mich von einem Gegenstand zum nächsten treiben und nehme ersten Kontakt mit den Gegenständen, die die MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890­–1938 bevölkern, auf. Ich grabe tiefer und finde mehr über einen einzelnen Gegenstand heraus: Ich entscheide mich für einen Schrank und höre einen Audio-Beitrag, der von seinen ursprünglichen BesitzerInnen erzählt, sehe ein Video, das mir einen Blick in sein Inneres ermöglicht, oder ich entdecke Fotos des früheren Aufstellungsortes. Ich tauche immer tiefer in die Welt der angewandten Kunst ein, tippe ein Verb an und stocke. Was hat „weinen“ mit einem Schrank zu tun?

Sich überraschen lassen und ab 16.9. die MAK-App downloaden!

 

von Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte, MAK

 

APP-Stories #1 The Making-of: Eine App erblickt das Licht der Welt

Gespannt sein, am 16. September ist es so weit: Die MAK-App für Tablets erscheint! Ausgestattet mit multimedialen Inhalten und interaktiven Features zur MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938 steht die App zum Gratis-Download für iOS- und Android-Tablets bereit oder kann im MAK als Multimedia-Guide auf einem Leihgerät genutzt werden.

Einige Monate intensiver Arbeit liegen hinter mir und unserem Projektpartner NOUS Wissensmanagement GmbH. Ins Projekt eingebunden waren auch zahlreiche meiner KollegInnen im MAK, wie etwa Christian Witt-Dörring, der Kurator der MAK-Schausammlung Wien 1900, einige SammlungsleiterInnen des Hauses, die Restauratorin Beate Murr, Bettina Algieri als Lektorin, die EDV-Abteilung, Thomas Matyk, der Fotos gesucht, gefunden und bearbeitet hat, Mika Wißkirchen als Fotograf, Sabine Andreasch mit rechtlicher Expertise und viele mehr.

Im Oktober 2013 haben wir das App-Projekt gestartet – kurz vor Weihnachten haben wir bereits gejubelt, weil wir einen Prototypen in Händen halten konnten. Gerne hätten wir die App im Frühling vorgestellt, aber im Jänner kam das Projekt leider zum Stehen, weil meine Tage durch die Arbeit am MAK DESIGN LABOR, das am 15. Mai eröffnet wurde, voll ausgefüllt waren.

Nach intensiven Diskussionen fiel eine der wichtigsten Entscheidungen gleich zu Beginn: Wir machen eine Tablet-App. Die rasant steigenden Absatzzahlen am Tablet-Markt und die im Verhältnis zu Smartphones größeren Bildschirme gaben dabei den Ausschlag. Die zunehmende Verbreitung von Tablets zieht veränderte Gewohnheiten hinsichtlich der Mediennutzung nach sich: Inhaltliches Konzept, BenutzerInnenführung und User Experience sind daher sowohl für die Nutzung der App im Museum, als auch für das Benutzen außerhalb des MAK – im Wohnzimmer, im Wartezimmer, im Hotelzimmer – ­­konzipiert.

Videos ermöglichen auf den großen Screens hautnahe Einblicke, und ausreichend große Fotos liefern kulturgeschichtliche Kontextualisierungen. Und jede Menge Atmosphäre schaffen sie obendrein.

Zwei Schritte nach vor, ein Schritt zurück: So lässt sich das Projekt – aber das gilt wohl für die meisten Projekte – am besten beschreiben. Vieles lag in der Luft, wurde zu Papier gebracht und wieder verworfen: „Zu teuer, zu aufwändig, zu kompliziert, …“ Doch ebenso Vieles haben wir umgesetzt – in Zusammenarbeit mit Ulf Harr (Interaktionsdesigner) und Christian Henner-Fehr (Kulturberater).

 

Ab Dienstag, 16.9. wartet die MAK-App im App Store und im Google Play Store, und um 18 Uhr sprechen die Projektbeteiligten – Max Arends von NOUS, Ulf Harr, Christian Henner-Fehr und ich – bei einem „Talk mit Q&A“ in der MAK-Säulenhalle über Herangehensweisen und Herausforderungen rund ums Projekt. Wir freuen uns auf Fragen, Diskussionen und Erfahrungsaustausch!

 

 

von Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte, MAK

MAK inside: Die Welt von gestern, heute im MAK: “WIEN 1900″


„Es kann unmöglich genügen, wenn wir Bilder, u. wären sie auch noch so herrlich, erwerben. So lange nicht unsere Städte, unsere Häuser, unsere Räume, unsere Schränke, unsere Geräte, unsere Kleider und unser Schmuck, so lange nicht unsere Sprache und unsere Gefühle in schlichter, einfacher und schöner Art den Geist unserer eigenen Zeit versinnbildlichen, sind wir unendlich weit gegen unsere Vorfahren zurück und keine Lüge kann uns über alle diese Schwächen täuschen.“

Josef Hoffmann / Koloman Moser / Fritz Waerndorfer: Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte, 1905


“WIEN 1900. Wiener Kunstgewerbe 1890–1938“

Was macht die Faszination Wiens um 1900 aus? Die multikulturelle sowie traditionsreiche Vielfältigkeit der Monarchie um 1900 bildete mit all ihren Gegensätzen und Widersprüchen den Nährboden für eine kulturelle Blüte.

Am 20. November werden daher im MAK drei grundlegend neu konzipierte Schauräume eröffnet, die der Entwicklung des Wiener Kunstgewerbes zwischen 1890 und 1938 gewidmet sind. Gegliedert in drei Kapitel, begibt sich die Neuaufstellung, eingebettet in einen breiten zeitlichen Rahmen, auf eine historische Suche nach einem modernen Wiener Stil.

In einer ersten von Michael Embacher gestalteten Phase wird das von Christian Witt-Dörring in Zusammenarbeit mit den KustodInnen des MAK erarbeitete inhaltliche Gesamtkonzept anhand ausgewählter, bisher kaum der Öffentlichkeit bekannter Objekte vorgestellt. Angelehnt an die bisherige Praxis des MAK, der Gestaltung seiner Säle ein künstlerisches Gesamtkonzept zu Grunde zu legen, wurde die Künstlerin Pae White (Los Angeles) mit dem Entwurf einer künstlerischen Intervention für die zweite abschließende Phase betraut. Sie wird auf Basis dieser temporären Präsentation und Objektauswahl im Mai 2013 eröffnet.

Gustav Klimt, Entwurfszeichnung Erfüllung, 1911, © MAK/Georg Mayer; Rosa Krenn, Zierschrank, Wien, 1912, Ausführung: Karl Adolf Franz (Marketerie), Florian Hrabal (Tischlerarbeit), © Gerald Zugmann/MAK; Koloman Moser, Paravant, Wien, 1906, Ausführung: Wiener Werkstätte; © MAK/Georg Mayer

Highlights der Ausstellung: Klimt, Hoffmann, Loos, Moser, Wagner

Zu den Highlights der Ausstellung zählen die neun Entwurfszeichnungen Gustav Klimts, die er für das zwischen 1905 und 1910 entworfene Fries für die Speisehalle des Palais Stoclet anfertigte. Im Kontrast dazu steht die einfache und reduzierte Formensprache der Werke Josef Hoffmanns und Koloman Mosers, der Begründer der Wiener Werkstätte. Bestandteil der umfangreichen MAK-Sammlung sind unter anderem verschiedene Metall-, Glas- und Textil-Objekte der Wiener Werkstätte, die in den Schauräumen in Szene gesetzt werden. Otto Wagners „Geschirrschrank“, das erste „moderne“ Wiener Möbel, den er 1899 für seine eigene Wohnung entworfen hat, sowie ein von Adolf Loos gestaltetes und nachgebautes Zimmer sind weitere Besonderheiten der Ausstellung.

Wir freuen uns schon sehr darauf, diese einzigartigen Objekte der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Um die Wartezeit zu verkürzen, möchten wir euch schon vorab einen exklusiven Einblick in die Aufbauarbeiten der Ausstellung geben.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Mehr Infos zur Ausstellung und dem Führungsprogramm gibt es hier

© Sabrina Handler

Ein erster Blick in den Ausstellungsraum …

© Sabrina Handler

Kurator Christian Witt-Dörring:

„Am momentanen Prozess ist es äußerst spannend zu sehen, wie die am Papier erarbeiteten konzeptuellen Ideen sich im Raum realisieren und dementsprechend punktuell adaptiert werden müssen.“

© Sabrina Handler

Ausstellungsarchitekt Itai Margula vom Büro Embacher/Wien mit Projektkoordinatorin Sabrina Handler

Sabrina Handler:

„WIEN 1900 ist für mich deshalb ein besonderes Projekt, da ich erstmals mit beinahe allen MAK-KustodInnen gleichzeitig an einer Neupräsentation der Schausammlung zusammenarbeite. Momentan scheint alles wie ein Puzzle. Allmählich fügen sich die einzelnen Elemente zu einem schönen Gesamtbild!“

© Sabrina Handler

Elisabeth Schmuttermeier, Kustodin MAK-Sammlung Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv

© Sabrina Handler

Hier werden ab 20. November die Entwurfszeichnungen Gustav Klimts zu sehen sein.

29/11 METALL UND WIENER WERKSTÄTTE

MAK-Schausammlung Wiener Werkstätte

MAK-Schausammlung Wiener Werkstätte

MAK-Sammlung Metall und Wiener Werkstätte Archiv
Kustodin: Elisabeth Schmuttermeier
Präsentation und Diskussion
Dienstag, 29. November 2011, 12.30–14.30 Uhr
MAK-Säulenhalle Weiterlesen