Sporty Supaheroe Jacket – EXEMPLARY: 150 Years of the MAK – from Arts and Crafts to Design

To mark the museum’s jubilee, the MAK presents an inspiring juxtaposition between the tradition-steeped MAK collection and contemporary avant-garde design. Divided into nine areas, the exhibition reveals changing perspectives between defining moments of the MAK’s history—which are told through the actions of influential protagonists close to the museum—and future topics in 21st century design that will prove pivotal for the museum. In so doing, the exhibition depicts the evolution of the MAK from a promotional and educational institution for Austrian arts and crafts to an internationally outstanding forum for applied arts, design, architecture, and contemporary art.

Nine globally renowned design pioneers have agreed to participate in an experiment to investigate the significance of a model exemplary collection as a source of inspiration, which was the original motivation for founding the museum. Faced with selected design examples, they will sketch out possible future subject areas and enhancements for the unique MAK collection.

 

Wolfgang Langeder, Bike Jacket, Sporty Supaheroe Jacket, AT, 2013, Cotton, polyurethane, copper, LED, electronic components © Utope / Foto: Elisabeth Grebe

 

One crucial design for this exhibition is this Wolfgang Langeder’s high-tech cycling jacket that contains a wearable electronic system which is attached to the inside of the garment. Stretchy polyurethane circuits with numerous LEDs are intended to guarantee visibility and safety in traffic. Additional technical components – such as sensors that react to movement and change of direction – further enhance the effect.

Visitors of the exhibition are invited to use the online participation platform to comment on and contribute to this unique exemplary collection.

 

 

 

 


 

Curatorial Guided Tours through the exhibition EXEMPLARY: 150 Years of the MAK – From Arts and Crafts to Design
Thu, 10.7.2014, 5 p.m.
Sat, 27.9.2014, 11 a.m.
with Tulga Beyerle, Director of the Kunstgewerbemuseum [Museum of Decorative Arts] in Dresden

Wed, 17.9.2014, 5 p.m.
with Thomas Geisler, Curator, MAK Design Collection

Remora – EXEMPLARY: 150 Years of the MAK – from Arts and Crafts to Design

Sabine Seymour’s selection for extending the MAK collection within the exhibition „EXEMPLARY:

150 Years of the MAK – from Arts and Crafts to Design,” displays a cross section of a futuristic market: Google Glass promises augmented reality, mechanically transformed clothing takes shape through new lighting technology, reacts to sound, touch or the emotions of the wearer. The examples reside at the intersection of technology and style.

3D printing revolutionizes not only the manufacturing process of clothing, but also its aesthetics.

Neri Oxman, Corset Remora, 2012 In collaboration with Prof. W. Craig Carter (MIT, Cambridge, USA) 3D printed by Stratasys (Multi-Material Technologie) © Yoram Reshef

Neri Oxman, Corset Remora, 2012 In collaboration with Prof. W. Craig Carter (MIT, Cambridge, USA) 3D printed by Stratasys (Multi-Material Technologie) © Yoram Reshef

 

These wearable “mythical” objects are based on computer models and were printed out in 3D on various multicolored materials. They have a futuristic aesthetic, but their formative use actually derives from biological structures. A specific functionality is achieved by the combined use of various hard and soft plastics (e.g. a harder outer shell, but soft material on the inside for a better wearing comfort).

Visitors of the exhibition are invited to use the online participation platform – to comment on and contribute to this unique exemplary collection.

More information at MAK.at and materialecology.com.

 

Kathrin Pokorny-Nagel und das MAK

Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung/Archiv
© MAK / Mika Wisskirchen

Herbst 1996. Erstes Vorstellungsgespräch nach dem Studium. Aufgeregt. Freundlicher Empfang an der Kassa Stubenring. Verdammt! Warum klacken meine Stöckelschuhe so aufdringlich laut in der leeren Säulenhalle. Emporschreiten über die Treppe unter dem Deckenfresko von Ferdinand Laufberger, vorbei an der Büste von Rudolf von Eitelberger. Eintritt in den hellen modernen Lesesaal. Höfliche Mitarbeiter. Atmosphäre der Ruhe – Kopfraum – Raum für den Geist. Warten. Eingeschüchtert von den überwältigenden historischen Räumlichkeiten der MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung. Knotenpunkt für Wissenschaft und Forschung. Hohe Räume. Altes, dunkles Holz. Tausende alte Buchrücken. Geruch nach jahrhundertealtem Leder. Die beeindruckende Persönlichkeit der Vizedirektorin Hanna Egger. Aufregendes Gespräch, wohlwollende Verbindlichkeit, glücklich. Erster Auftrag und eine Chance: wissenschaftliche Aufarbeitung der Gründungsgeschichte des Museums. Akten, Archive, Bücher, Inventare durchwühlen ­– Ausdauer; geistig sortieren, Kontexte herstellen – Geduld. Publikation erarbeiten, erste CD-ROM durchsetzen – Hartnäckigkeit. Dauer 4 Jahre. Frühjahr 2000: Ausstellung Kunst und Industrie in der großen Ausstellungshalle – die Chance genutzt. Kurze Zeit später: Hanna Egger stirbt – viel zu früh. Leere und Orientierungslosigkeit. März 2001: Übernahme der Leitung der Bibliothek und Kunstblättersammlung. Grobe Schuhe. Verantwortung, intensive  Arbeit, anregende Termine, neue Projekte, Ausstellungen und Publikationen. Hält seitdem ungebrochen an.

MAK goes Milano

Erster klassischer Eindruck am Abend, vorbei am Dom zur Universitá, wo mischer’traxler den BE OPEN Young Talent Award für seine innovative Arbeit gewannen. Dann gleich weiter zu Nodus, dem Hersteller des Teppichs für den MAK Design Salon von formafantasma im Geymüllerschlössel in der Saison 2013, der jetzt erstmals in Mailand vorgestellt wurde und einen stimmungsvollen Höhepunkt im abendlich festlich beleuchteten Klosterkreuzgang bot.

Tags darauf gleich früh hinaus zum Messegelände, wo im Salone Satellite ein x-meterlanger Tisch aus einem ganzen Stamm Mammutbaumholz beeindruckte. Die Präsentationen der jungen Designer punkten weiterhin mit Bezug zu natürlicher Materialität, viel Holz in Kombination mit Glas, Metall oder Porzellan, reduzierte Formensprache und zurückgenommener Farbigkeit in Pastelltönen.

Präsentation in klaren Farben und Formen bestimmen auch das Bild der übrigen Messestände, und Thonet gibt es heuer gleich dreimal zu beobachten.

Bei Rossana Orlandi erinnern die neuen Schalen aus Metallgittern in trendigem Stahl, Messing oder Kupfer von Piet Hein Eek stark an Einflüsse von Josef Hoffmann und könnten demnächst die Produktpalette im MAK Design Shop ergänzen?
Ebenso die Leuchtobjekte von Dennis Parren, der ebenfalls für den BE OPEN Young Talent Award nominiert gewesen ist.

Weiters entdeckten wir neue Arbeiten von Andrea Branzi, der in erstaunlichen Inszenierungen – wie kleine Material-Dioramen – Träume über psychoanalytische Sicht hinaus als lebensnotwendige Inspiration für unsere Kulturen definiert und interpretiert.

Bei Wrong for Hay fanden wir die „textilen“ Gläser der Tela Glassware von Oscar Wanless wieder, der bereits zur letzten blickfang in Wien für die handgefertigten Originale den MAK Design Shop Award gewonnen hat. Inzwischen können sie seriell hergestellt angeboten werden.

Besonders anregend war die Präsentation der ECAL mit spielerisch anmutenden interaktiven Konzepten zum Thema „Delirious Home“ etwa Kakteen, die bei Berührung Töne hervorbrachten, projizierte Lampen oder Vorhänge, die auf Kontakt durch BetrachterInnen reagierten oder Uhren, deren Zeiger mit den Bewegungen der Besucher korrespondierten.

Bei Kvadrat trafen wir den in Paris niedergelassenen Designer Robert Stadler, der den kommenden MAK Design Salon im Geymüllerschlössel gestalten wird.

Der folgende Tag begann mit den design debates im Palazzo Clerici, einem hochbarock ausgestatteten Gebäude mit eindrucksvollen Deckengemälden von Tiepolo im Spiegelsaal sowie unter anderem mit einer neuen Arbeit von formafantasma, mit Studien zu Lava und Basalt als Material und Thema, während Joseph Grima u.a. mit einer Arbeit für spacecaviar über neue Cosmologien vertreten war. Ihn trafen wir mit Hans Ulrich Obrist und VertreterInnen der Londoner Serpentine Gallery zu einem geführten Rundgang durch die Ausstellung im Palazzo Clerici.

Die Präsentation von Rossana Orlandi im historischen Palazzo Bagatti Valsecchi zeigte u. a. neben Exponaten von fornasetti und Marcel Wanders vor allem auch die Lobmeyr-Gläser von formafantasma für den MAK Design Salon im Geymüllerschlössel 2013 und eine ganz neue Arbeit zum Thema „water purification“, mit zauberhaften Gerätschaften aus fein graviertem Glas und Kupfer

Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir bei Brioni an schönen Auslagen mit Lampen von Michael Anastassiades vorbei.

Im Viertel Ventura Lambrate mit seinen bekannten innovativen Konzepten interessierte vor allem die Präsentation der Designuniversitäten wie Eindhoven, Burg Giebichenstein oder Den Haag.
Aber auch ein Wiedersehen mit Bekannten freut immer: „Temporäre Vienna Design Week-Reunion“ mit Thomas Geisler, Lilli Hollein und Tulga Beyerle oder Talia Radford mit einem neuen charmanten Interaktions-Projekt.

Am Abend dann zur Österreich-Repräsentanz in der Rotonda della Besana, einem spätbarocken Sakralgebäude, in dem die Außenhandelsabteilung der Wirtschaftskammer heuer die österreichische Kreativwirtschaft mit besonders zahlreichen Exponaten präsentiert und Experten-Treffen ermöglicht. Wie etwa:
chmara.rosinke für Wäscheflott, Oscar Wanless mit silostudio für Riess Email, RoughCutBoard von dottings und die Gastro Collection von POLKA für Vöslauer. Die abendlich beleuchteten Kolonnaden boten einen beeindruckenden Rahmen.

Am letzten Tag stand der Besuch der Triennale-Ausstellung Autarchia, austeritá, autoproduzione auf dem Programm, Klassisches von Enzo Mari, Gio Ponti oder Fornasetti führte direkt zu neueren Arbeiten von formafantasma oder Martino Gamper.
Ein Kurzbesuch in der Zona Tortona führte zu einem Teppich-Objekt von Helmut Lang und die jährliche Handmade-Ausstellung von wallpaper zeigte noch mehr präzise hergestellte, unitäre, konzeptuelle Auftragsarbeiten internationaler DesignerInnen, die in den meisten Fällen Unikate bleiben werden? Wir werden uns etwa bei Carl Auböck nach seiner Atom Clock (Bernhard Hammer) noch genauer erkundigen…

Das eigentliche, persönliche Highlight für mich war sicherlich die von Martino Gamper kuratierte Ausstellung from – to in einer Mailänder Architektenwohnung, wo ausgesuchte internationale Designstudios mit regionalen traditionellen Herstellern neue Produkte entwickelten (ja, ich fühle mich stark an das „‚Passionswege-Konzept“ der Vienna Design Week erinnert). Zum Besuch mussten wir uns vorab per E-Mail registrieren und versprechen, die Information nicht weiterzugeben, nach Eingangskontrolle wurde man persönlich im 2. Stock am Eingang empfangen und musste einen „Vertrag’“ unterzeichnen, der fotografische Aufnahmen und Publikation ausschloss. Derlei klandestine Rahmenbedingungen tragen natürlich zur Mythenbildung bei, dennoch muss ich zugeben, dass die persönliche Präsentation durch die DesignerInnen selbst in hinreißendem Interieur zweifellos ihre Wirkung nicht verfehlte und damit nachhaltig beeindruckt.

Und die eine oder andere Neuentdeckung werden wir sicherlich weiter verfolgen… Die Aussicht auf 2015 mit der EXPO in Mailand verspricht spannende Perspektiven und neue Horizonte.

Die Sprache der Dinge

Geschichten aus dem MAK. Diesmal mit Frau Elisabeth Schmuttermeier, Leiterin des Wiener Werkstätten Archivs und Kustodin der Sammlung Metall

© MAK

Die Sprache der Dinge
Meine ersten Erinnerungen an das MAK, damals noch Österreichisches Museum für angewandte Kunst, stammen aus meiner frühen Kindheit.
Ich bin in der Nähe des Museums, in der Schellinggasse, aufgewachsen und wurde, wenn meine Mutter und meine Großmutter im Dezember keine Zeit für mich hatten, von meinem Großonkel betreut. Dieser war vor seiner Pensionierung bei dem Reifen- und Gummierzeuger Semperit als Leiter der Filiale Praterstraße tätig. Da mein Großonkel ein gutes Einvernehmen mit seinen früheren Angestellten hatte, besuchte er sie auch nach seiner Pensionierung. Daher war, als ich vier oder fünf Jahre alt war, mindestens einmal im Monat die Filiale Praterstraße Ziel unserer gemeinsamen Spaziergänge. Ich habe mich immer dagegen gesträubt, weil für mich kleines Kind der Weg bis dorthin lang und nicht unterhaltsam genug war. Es gab keine Geschäfte, in die ich schauen konnte, sondern nur große, abweisende Häuser, an denen wir entlanggegangen sind. Das einzige „Haus“ auf der Strecke, das ich gerne passiert habe, war das MAK. Dort wurde ich hochgehoben und durfte auf dem 70 cm hohen, die Stubenringfassade des Museums sich teilweise entlangziehenden Podest gehen oder laufen. Somit war ich fast gleich groß wie die Erwachsenen – damals ein Traum! Der zweite Verführungspunkt auf unserem Weg war das Versprechen, mir beim Maronibrater bei der Urania Maroni zu kaufen.
Somit haben meine ersten Erinnerungen an das MAK nichts mit der darin aufbewahrten Kunst, sondern mit der Besonderheit der Architektur zu tun. Während der vielen Jahren im MAK konnte ich immer wieder Kinder beobachten, die wie ich von dem Podest angezogen, darauf gegangen oder gelaufen sind. Die Sprache der Dinge ist zeitlos.
Elisabeth Schmuttermeier

© MAK