Valentin Ruhry – Bitcoin und Instagram


Valentin Ruhry in der Ausstellung, 2014
© MAK/Marlies Wirth

Valentin Ruhry ist bekannt für seine minimalistischen Skulpturen und seine absolute formale Konsequenz. Er versteht sich als Bildhauer mit recherchebasiertem, konzeptuellem Approach. Oft arbeitet der Künstler mit dem Medium Licht als Material, bzw. untersucht Alltagsobjekte auf ihre physikalisch messbaren Eigenschaften (wie Spannung, Reibung, etc.). Valentin (*1982 in Graz) studierte Bildhauerei bei Erwin Wurm an der Wiener Angewandten und am National College of the Arts in Oslo, Norwegen.

Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in den USA im Vorfeld der MAK-Ausstellung vertiefte der Künstler seine Recherchen zu dezentralen Märkten und alternativen Währungen, und dem „neuen“ Kunstmarkt, der auf sozialen Netzwerken wie Instagram über digitale Emotion getriggert wird. Bereits Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit dem Künstler Andy Boot ein Projekt gestartet, das sich im Kontext der Cyberwelt mit dem Kunstmarkt beschäftigt: Auf der Plattform www.cointemporary.com bieten Ruhry und Boot Arbeiten anderer Künstler unterschiedlicher Generationen zum Verkauf an. Bezahlt werden soll in der alternativen Währung Bitcoin, mit dem Ziel eine kritische Hinterfragung des faktischen Marktwerts von Kunstwerken anzukurbeln.

„Das Internet ist technisch gesehen eine dezentrale Infrastruktur, die sich jedoch durch die Omnipräsenz und das Zusammenwirken globaler Unternehmen immer mehr zu einer digitalen Diktatur entwickelt.“, sagt Valentin, der sich im Kontext mit der MAK-Ausstellung für wirtschaftsökonomische Grundlagen interessiert und u.a. auf den österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter (1883–1950) verweist.

Dabei gibt es auch eine Verbindung zu Marshall McLuhan, der in seinem Buch The Global Village das World Wide Web fast dreißig Jahre bevor es erfunden wurde als „weltumspannende Dorfgemeinschaft“ prophezeite. Die „digitale Diktatur“ findet sich auch in Dave Eggers The Circle (2013) wieder, wo das Prinzip Sharing is Caring in die totale Transparenz umkippt.

Am Donnerstag, 20. November um 17 Uhr sprechen Valentin Ruhry und MAK-Kuratorin Marlies Wirth in der Ausstellung über das Internet, Apple, und die Folgen!

 

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#ValentinRuhry

 

 

 

Instawalk im MAK

Am 4.10. fand in Kooperation mit @IGersAUSTRIA ein Instawalk im MAK statt. Wir haben für Euch noch einmal die schönsten Bilder rausgesucht:

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by thomaskhom

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by igersaustria.at

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by birgit2817

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by famiglia_vienna

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by oliverroth

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by christinekhom

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by famiglia_vienna

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by apattym

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by conmion

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by misterflopatrick

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by gregorsideris

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by igersaustria.at

 

 

Schön wars!
Bis zum nächsten Mal.

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Jan Boelen in dialog with Indy Johar

As places where design is debated now and will be debated in the future, what is the duty and purpose of museums of applied arts? Which themes are relevant to everyday life? Which objects should be collected? And in what way and for what purpose?

The MAK posed these questions to nine globally renowned design pioneers. They participated in an experiment to investigate the significance of a collection of exemplary objects as a source of inspiration. In the process, each pioneer could have discussions with a person of his or her choosing—so-called “muses”—in the course of which they would shed light on the future of the applied arts, as well as share their perspectives on museums of applied arts. The result was a stimulating dialogue, which looks not only at the past but also tries to imagine the future!

Jan Boelen engages in a dialogue with London-based architect Indy Johar. They delve into questions about the museum as a laboratory for global knowledge and reflect upon the concepts of authorship, ownership, and (intellectual) property—issues that are very important for a museum.

Jan Boelen in dialog with Indy Johar / 150 Years of the MAK from MAK Wien on Vimeo.

Jan Boelen is founder and director of the Z33 House for Contemporary Art in Hasselt, Belgium, and head of the Social Design Department at the Design Academy in Eindhoven. Indy Johar is a designer of digital platforms for co-working. For Jan Boelen, design is political to the core, for it affects our production methods, our social structures, as well as our thoughts and feelings. When considering a collection of the future, he came up with a single object: Curiosity Cabinet (2014)—a cabinet by Commonplace Studio that demonstrates the limits of what is collectable.

Visitors of the exhibition EXEMPLARY: 150 YEARS OF THE MAK — FROM ARTS AND CRAFTS TO DESIGN are invited to use the online participation platform to comment on and contribute to this unique collection of exemplary objects.

 

App-Stories #2: Eintauchen in die MAK-App und ihre Features

 

Authentische Einblicke durch Videos, persönliche Audiokommentare von KuratorInnen, SammlungsleiterInnen und RestauratorInnen des MAK, greifbare Kontexte durch Originalfotos, Schnappschüsse von BesucherInnen und Comics internationaler ZeichnerInnen – das und mehr bietet ab 16.9. die neue MAK-App für Tablets. Fürs Erste tauche ich in das Feature „entdecken“ ein:

 

Eine Seite, die mit Schränken, Tassen, Vasen, Stühlen, Tischen, Kissen, Gläsern, Büchern möbliert ist. Dazwischen vereinzelte Verben – „schreiben“, „lieben“, „feiern“ und viele andere begegnen mir. Aber Vorsicht: Besser, ich gewöhne mich nicht an diesen Anblick, denn die Seite wird nie wieder so aussehen, wie ich sie jetzt vor mir sehe – sie baut sich stets aufs Neue auf, zeigt sich mir laufend in neuem Kleid, mit neuen Nachbarschaften von Gegenständen und Verben.

Ich lasse mich von einem Gegenstand zum nächsten treiben und nehme ersten Kontakt mit den Gegenständen, die die MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890­–1938 bevölkern, auf. Ich grabe tiefer und finde mehr über einen einzelnen Gegenstand heraus: Ich entscheide mich für einen Schrank und höre einen Audio-Beitrag, der von seinen ursprünglichen BesitzerInnen erzählt, sehe ein Video, das mir einen Blick in sein Inneres ermöglicht, oder ich entdecke Fotos des früheren Aufstellungsortes. Ich tauche immer tiefer in die Welt der angewandten Kunst ein, tippe ein Verb an und stocke. Was hat „weinen“ mit einem Schrank zu tun?

Sich überraschen lassen und ab 16.9. die MAK-App downloaden!

 

von Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte, MAK

 

APP-Stories #1 The Making-of: Eine App erblickt das Licht der Welt

Gespannt sein, am 16. September ist es so weit: Die MAK-App für Tablets erscheint! Ausgestattet mit multimedialen Inhalten und interaktiven Features zur MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938 steht die App zum Gratis-Download für iOS- und Android-Tablets bereit oder kann im MAK als Multimedia-Guide auf einem Leihgerät genutzt werden.

Einige Monate intensiver Arbeit liegen hinter mir und unserem Projektpartner NOUS Wissensmanagement GmbH. Ins Projekt eingebunden waren auch zahlreiche meiner KollegInnen im MAK, wie etwa Christian Witt-Dörring, der Kurator der MAK-Schausammlung Wien 1900, einige SammlungsleiterInnen des Hauses, die Restauratorin Beate Murr, Bettina Algieri als Lektorin, die EDV-Abteilung, Thomas Matyk, der Fotos gesucht, gefunden und bearbeitet hat, Mika Wißkirchen als Fotograf, Sabine Andreasch mit rechtlicher Expertise und viele mehr.

Im Oktober 2013 haben wir das App-Projekt gestartet – kurz vor Weihnachten haben wir bereits gejubelt, weil wir einen Prototypen in Händen halten konnten. Gerne hätten wir die App im Frühling vorgestellt, aber im Jänner kam das Projekt leider zum Stehen, weil meine Tage durch die Arbeit am MAK DESIGN LABOR, das am 15. Mai eröffnet wurde, voll ausgefüllt waren.

Nach intensiven Diskussionen fiel eine der wichtigsten Entscheidungen gleich zu Beginn: Wir machen eine Tablet-App. Die rasant steigenden Absatzzahlen am Tablet-Markt und die im Verhältnis zu Smartphones größeren Bildschirme gaben dabei den Ausschlag. Die zunehmende Verbreitung von Tablets zieht veränderte Gewohnheiten hinsichtlich der Mediennutzung nach sich: Inhaltliches Konzept, BenutzerInnenführung und User Experience sind daher sowohl für die Nutzung der App im Museum, als auch für das Benutzen außerhalb des MAK – im Wohnzimmer, im Wartezimmer, im Hotelzimmer – ­­konzipiert.

Videos ermöglichen auf den großen Screens hautnahe Einblicke, und ausreichend große Fotos liefern kulturgeschichtliche Kontextualisierungen. Und jede Menge Atmosphäre schaffen sie obendrein.

Zwei Schritte nach vor, ein Schritt zurück: So lässt sich das Projekt – aber das gilt wohl für die meisten Projekte – am besten beschreiben. Vieles lag in der Luft, wurde zu Papier gebracht und wieder verworfen: „Zu teuer, zu aufwändig, zu kompliziert, …“ Doch ebenso Vieles haben wir umgesetzt – in Zusammenarbeit mit Ulf Harr (Interaktionsdesigner) und Christian Henner-Fehr (Kulturberater).

 

Ab Dienstag, 16.9. wartet die MAK-App im App Store und im Google Play Store, und um 18 Uhr sprechen die Projektbeteiligten – Max Arends von NOUS, Ulf Harr, Christian Henner-Fehr und ich – bei einem „Talk mit Q&A“ in der MAK-Säulenhalle über Herangehensweisen und Herausforderungen rund ums Projekt. Wir freuen uns auf Fragen, Diskussionen und Erfahrungsaustausch!

 

 

von Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte, MAK