App-Stories #5:
Wien 1900, Wien und der Comic: der Zeichner Andre Breinbauer im Interview

Aus der (Zeichen-)Feder von Andre Breinbauer, einem Wiener mit deutschen Wurzeln, stammt den zweiten Comic auf der MAK-App für Tablets. Seit langem Teil der österreichischen Comic-Szene, führt uns Andre Breinbauer in seinem Fünfseiter „Darf ich bitten?“ mit dramatisch-melancholischen Blick ins Wien der Jahrhundertwende. Ausgangspunkt für die Story bildet – so die Vorgabe – ein Objekt der MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938. Nach Josef Franks Toilettetisch (um 1925) handelt es sich dieses Mal um einen Halsschmuck (1910) von Carl Otto Czeschka: In den vergangenen Monaten von BenutzerInnen der MAK-App zahlreich fotografiert, fand er sich häufig auf der interaktiven „Pinnwand“ der App wieder. Das Wiener Werkstätte-Objekt ist Teil des Comics, der in Breinbauers reduziertem, jedoch zum Perfektionismus getriebenem Stil Blitzlichter auf die Gesellschafts- und Sozialgeschichte des „Wien um 1900“ wirft.

Kuratoren „Wien 1900 meets Comic“: Michele Bertilorenzi und Aldo Giannotti

Seit wann zeichnest du Comics?

Ich bin mit bunt bebilderten Heftchen aufgewachsen: Fix und Foxi, Mickey Mouse, Clever und Smart, Asterix und Obelix oder Yps waren regelmäßige Mitbringsel meiner Eltern aus dem Bahnhofskiosk. Sie haben mich mehr fasziniert als Kinderbücher: Als ich noch nicht lesen und schreiben konnte, war die sequentielle Erzählform für mich einfacher zu verstehen. Ich eiferte dem nach und begann auf kindliche Weise meine Geschichten in dieser Art aufs Papier, auf Wände oder in die Kochbücher meiner Mutter zu bringen. Seitdem ziehen sich Comics wie ein roter Faden durch mein Leben, ob als Zeichner oder als Sammler.

Arbeitest du hauptberuflich als Comic-Zeichner?

Leider nein! Mein Geld verdiene ich als Illustrator, Comic-Zeichenlehrer, Grafikdesigner und Filmvorführer.

Hast du eine spezielle Ausbildung absolviert?

Was Comics angeht, muss ich das verneinen. Ich habe Grafikdesign an der Kunstakademie in Nürnberg studiert.

Hat sich dein Zeichenstil im Laufe der Zeit verändert?

Auf alle Fälle. Früher war mein Zeichenstil eher realistisch, was mit meinen damaligen Vorbildern zu tun hatte (Bernie Wrightson, Brian Bolland, Frazetta). Ich habe aber schnell bemerkt, dass ich nicht die Disziplin und Geduld hatte, durchgehend längere Geschichten in dieser Art zu zeichnen. Aus meiner Faulheit heraus entwickelte ich einen immer stärker reduzierten Stil, der sich nicht mehr sklavisch an Proportionen und eine korrekte Anatomie hielt. Ironischerweise entstand daraus eine Art von Perfektionismus, sodass ich jetzt länger für eine Seite brauche als früher.

Was hat dich am Projekt „Wien 1900 meets Comic“ interessiert?

Eigentlich ist das ganz einfach zu erklären. Ich wollte meine Arbeiten schon immer in einem Museum ausstellen. Jetzt ist mir das gelungen… Nur digital, aber es ist ein Anfang. Außerdem fand ich das Konzept interessant, einen Comic zu einem Objekt aus dem Museum zu zeichnen. Wer fragt sich nicht, was die stummen Zeugen der Vergangenheit womöglich zu erzählen hätten…?

Wie bist du zur Story für den Comic gekommen, der nun in der MAK-App erschienen ist?

Zu viel darf ich nicht verraten, weil ich nicht spoilern möchte. Eines war mir aber klar: Der Comic sollte in der Zeit des Jugendstils spielen, und deshalb recherchierte ich in einigen Kunst- und Fotobänden. Koloman Moser, Karl Alexander Wilke, Oskar Kokoschka, Gustav Klimt u. s. w. – so lieblich, mythologisch, träumerisch und ornamental der Jugendstil auch war, er hatte etwas sehr, sehr Düsteres und Melancholisches. Deshalb blieb ich bei einem Gemälde von Klimt hängen, das ich mit der Halskette von Carl Otto Czeschka und dem Begriff „aufdonnern“ kombiniert habe. Das löste eine Assoziationskette bei mir aus – und fertig war die Geschichte.

Ist Comic in Österreich ein Thema, das an Popularität gewinnt?

Auf jeden Fall. Zwar noch ein wenig langsam, aber stetig. Die Vorurteile gegen die „neunte Kunstform“ verschwinden allmählich. Die Kritiker verstummen, weil preisgekrönte Publikationen vermehrt in Buchgeschäften zu finden sind. Vienna Comix, das Nextcomic-Festival in Linz, der Indie Comix Day und die Comics-Box sind gut besuchte Institutionen in Österreich, die jährlich mehr und mehr an Stellenwert gewinnen.

Wie schätzt du die Situation von Comic-ZeichnerInnen in Österreich ein?

Wenn der positive Trend weiter geht, wird auch die Situation für ZeichnerInnen besser werden. Comic-Publikationen aus Österreich haben leider noch einen kleinen Anteil, da Verlage nur ein geringes Interesse daran haben Comics in ihr Programm aufzunehmen. (Ich betone „Comics“, denn Karikaturen und Cartoons sind zwar verwandte Formen, aber nicht dasselbe wie Comics.)

Wer sind die vielversprechendsten jungen Talente in Österreich?

Hmmm… Das ist eine schwierige Frage für mich, weil die Bezeichnung „junges Talent“ dehnbar ist und sich nicht unmittelbar auf das Alter beziehen muss. Einige erkennen erst spät ihre Leidenschaft für das Medium, und andere hatten womöglich nie die Chance ihre Arbeiten zu veröffentlichen. Die österreichische Comic-Landschaft ist leider nicht mit der italienischen oder französischen zu vergleichen, denn dort gibt es beispielsweise auch Ausbildungsstätten für Comic-ZeichnerInnen. Von dieser Art der Comic-Kultur sind wir noch weit entfernt, und deshalb ist es für mich schwierig den Begriff „junge Talente“ zu definieren. Ein gutes Beispiel für Comic-ZeichnerInnen, die sich selbst organisieren um ihre Publikationen unter die Leute zu bringen, sind die Mitglieder des Wiener Comic-Stammtisches. Seit ca. zwei Jahren bringt dieser Comic-Stammtisch unter den Label Tisch14 Anthologien heraus. Meistens liegt diesen ein gewisses Thema zugrunde, wie zum Beispiel Musik, Donau, Das Ende der Welt oder Alles für die Katz. Letztendlich entscheidet aber der persönliche Geschmack der Leserin oder des Lesers, wer als vielversprechendes Talent gilt. Ich kann Interessierten nur empfehlen, sich lustvoll durch Comics zu schmökern und das Genre durch den Kauf eines Heftes zu unterstützen.

 

Andre Breinbauer: http://automixis.tumblr.com/

 

Das Interview führte Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte

Valentin Ruhry – Bitcoin und Instagram


Valentin Ruhry in der Ausstellung, 2014
© MAK/Marlies Wirth

Valentin Ruhry ist bekannt für seine minimalistischen Skulpturen und seine absolute formale Konsequenz. Er versteht sich als Bildhauer mit recherchebasiertem, konzeptuellem Approach. Oft arbeitet der Künstler mit dem Medium Licht als Material, bzw. untersucht Alltagsobjekte auf ihre physikalisch messbaren Eigenschaften (wie Spannung, Reibung, etc.). Valentin (*1982 in Graz) studierte Bildhauerei bei Erwin Wurm an der Wiener Angewandten und am National College of the Arts in Oslo, Norwegen.

Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in den USA im Vorfeld der MAK-Ausstellung vertiefte der Künstler seine Recherchen zu dezentralen Märkten und alternativen Währungen, und dem „neuen“ Kunstmarkt, der auf sozialen Netzwerken wie Instagram über digitale Emotion getriggert wird. Bereits Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit dem Künstler Andy Boot ein Projekt gestartet, das sich im Kontext der Cyberwelt mit dem Kunstmarkt beschäftigt: Auf der Plattform www.cointemporary.com bieten Ruhry und Boot Arbeiten anderer Künstler unterschiedlicher Generationen zum Verkauf an. Bezahlt werden soll in der alternativen Währung Bitcoin, mit dem Ziel eine kritische Hinterfragung des faktischen Marktwerts von Kunstwerken anzukurbeln.

„Das Internet ist technisch gesehen eine dezentrale Infrastruktur, die sich jedoch durch die Omnipräsenz und das Zusammenwirken globaler Unternehmen immer mehr zu einer digitalen Diktatur entwickelt.“, sagt Valentin, der sich im Kontext mit der MAK-Ausstellung für wirtschaftsökonomische Grundlagen interessiert und u.a. auf den österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter (1883–1950) verweist.

Dabei gibt es auch eine Verbindung zu Marshall McLuhan, der in seinem Buch The Global Village das World Wide Web fast dreißig Jahre bevor es erfunden wurde als „weltumspannende Dorfgemeinschaft“ prophezeite. Die „digitale Diktatur“ findet sich auch in Dave Eggers The Circle (2013) wieder, wo das Prinzip Sharing is Caring in die totale Transparenz umkippt.

Am Donnerstag, 20. November um 17 Uhr sprechen Valentin Ruhry und MAK-Kuratorin Marlies Wirth in der Ausstellung über das Internet, Apple, und die Folgen!

 

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twittert mit uns über die Ausstellung: @MAKwien
zeigt uns eure Fotos auf instagram: @MAK_vienna
#ValentinRuhry

 

 

 

App-Stories # 4: Die Kuratoren von „Wien 1900 meets Comic“ im Interview.

Alle drei Monate erscheinen auf der MAK-App Comics internationaler ZeichnerInnen. Ausgangspunkt für den jeweiligen Comic bilden dabei Objekte aus der Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938: Es sind jene Objekte, die mit der MAK-App am häufigsten von den BesucherInnen fotografiert und auf der „Pinnwand“ (Thema der nächsten „App-Story“!) hinterlassen werden. BesucherInnen können ihre Fotos mit einem Verb beschlagworten, um es in einen Kontext zu stellen – eines der Verben  wird von den ZeichnerInnen ausgewählt und in die Story verwoben. Im Vordergrund des Features „Wien 1900 meets Comic“ steht eine assoziativ-verspielte Sicht der Dinge, die im seit einigen Jahren erneut sehr populären Medium Comic vermittelt werden soll.

Aldo Giannotti und Michele Bertilorenzi, die Kuratoren des Projekts, sind uns im Interview Rede und Antwort gestanden.

© Alice Yahyaie

© Alice Yahyaie

Seit wann interessiert ihr euch schon für Comics?

Michele Bertilorenzi: Seit ich ein Kind bin.

Aldo Giannotti: Ich lese Comics, seit ich mich überhaupt erinnern kann lesen zu können. Seit ich 11 bin, ist daraus eine richtige Leidenschaft geworden – zusammen mit Michele habe ich angefangen Comics zu sammeln, auf Comic-Messen zu gehen und selbst Comics zu zeichnen.

Was macht ihr Beiden beruflich?

MB: Ich arbeite seit ca. 10 Jahren als professioneller Comiczeichner.

AG: Ich bin bildender Künstler. Comics haben aber in ihrer speziellen Art des Storytelling einen großen Einfluss darauf wie ich arbeite, wie ich meine Kunst anlege.

Wie funktioniert die Comic-Industrie?

AG: Ich denke nicht viel anders als die Verlagsindustrie, der Buchmarkt. Aber Michele kann diese Frage besser beantworten als ich.

MB: Die Comic-Industrie ist eine sehr leistungsorientierte Welt, manchmal sogar ziemlich rücksichtslos. Auch ich weiß nicht exakt, wie sie funktioniert, aber ich kann beschreiben, wie ich meine ersten Schritte in der Comic-Industrie gemacht habe.

Ich habe eine internationalen Comic-Schule in Florenz absolviert, gleichzeitig aber auch Privatstunden bei einem bekannten italienischen Comic-Zeichner genommen, Simone Bianchi, mit dem ich mittlerweile auch befreundet bin. In der Comic-Welt ist eine Schule eigentlich nur dafür da um Techniken zu lernen, aber niemand wird dich je fragen, ob du tatsächlich einen Abschluss hast. Der Weg zum professionellen Comic-Zeichner ist lang: Du musst deine Arbeiten ständig an Verlage schicken, besser ist es aber, du triffst die Verleger persönlich. Häufig werden sie aber „nein“ sagen.

Ich möchte niemanden davon abschrecken, diesen Weg zu gehen, aber es ist ein schwieriger Job. Es geht nicht nur darum wie gut du zeichnest, sondern auch, ob du Deadlines einhalten kannst. Das bedeutet, dass man ziemlich viele Stunden pro Tag arbeitet. Wenn du ein Projekt startest, zum Beispiel einige Folgen einer Serie, dann musst du deine Qualität über Monate hinweg konstant halten – manchmal, wenn die Deadlines knapp sind, ohne einen einzigen freien Tag zu haben.

Leidenschaft ist dabei essentiell und große Verlage zahlen gut. Deine Arbeit später in den Regalen von Comic-Shops zu sehen, hilft enorm. Meiner Meinung nach befriedigt es am meisten, wenn man seine eigenen Stories entwickeln und erzählen kann, aber das ist nicht immer möglich. Normalerweise arbeite ich für den italienischen oder den amerikanischen Markt: Dort sind der Zeichner und der, der die Story entwickelt, zwei unterschiedliche Personen, die im Team an einem Projekt arbeiten.

© Alice Yahyaie

© Alice Yahyaie

Was hat euch am Projekt „Wien 1900 meets Comic“ interessiert?

MB: Ich denke, Comics sind ein starkes Medium. Comics werden manchmal unterbewertet, aber sie spielen in der gleichen Liga wie Literatur oder Film. Dieses Projekt hilft, die Comic-Kultur in einer so wichtigen Kulturmetropole wie Wien zu verbreiten – das ist fantastisch!

AD: Das Projekt gibt uns die Möglichkeit, die Szene in Österreich besser zu durchleuchten. Darüber hinaus haben Comic-ZeichnerInnen hier die Möglichkeit, nicht nur Zeichnungen zu liefern, wie das sonst häufig der Fall ist, sondern auch eine Story zu entwickeln. Speziell für junge Comic-ZeichnerInnen kann das sehr spannend sein. Und, hinzu kommt, dass Michele und ich schon so lange kennen und die gemeinsame Leidenschaft an Comics teilen, weshalb es toll ist, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

Wer liest eigentlich Comics?

AG: In Italien kauft bzw. liest eine/r von 10 regelmäßig Comics. Es sind dabei keine bestimmten Leute, sondern vor allem Menschen, die in den 1970er Jahren aufgewachsen sind und stark von Trickfilmen beeinflusst wurden, vor allem von japanischen. Auch Bonelli, der größte italienische Comic-Verleger, hat durch den Seriencharakter der von ihm verlegten Comics stark dazu beigetragen, Comics sehr populär zu machen.

MB: In Italien gibt es eines der weltweit größten Comic-Festivals, „Lucca Comics and Games“. In Amerika, Frankreich und Japan liest auch jeder Comics. Merkwürdigerweise werden Comics in manchen Teilen der Welt nicht als Literatur betrachtet, sondern nur als Unterhaltungsmedium für Kinder.

Liest man in Österreich Comics?

MB: Ich lebe erst seit einem Jahr hier… Ich habe aber bereits einige große, gut sortierte Comic-Läden gesehen. Mir scheint aber, dass es in Österreich nicht viele professionelle Comic-Zeichner gibt.

AG: Nicht so viel wie in anderen Ländern. Ausländische Comics finden nur langsam Fans in Österreich, obwohl es im Vergleich zu früher viel einfacher ist, spezielle Comics zu finden. Aber es wird noch eine Weile dauern, bis dieses Medium stärkere Verbreitung findet.

Welche sind momentan die am stärksten verbreiteten Comic-Stile?

MB: Manga und Superhero sind momentan die Stile, die den Mainstream bilden.

AG: Die Globalisierung beeinflusst freilich auch Comic-Stile. Ich habe zum Beispiel gehört, dass es in Japan momentan sehr populär ist, einen „französischen Stil“ zu haben, mit dessen spezieller Seitenkomposition und Erzählstruktur. Auf der anderen Seite versuchen wir Europäer seit Jahrzehnten den japanischen Manga zu kopieren.

Wer sind die vielversprechendsten jungen Comic-ZeichnerInnen?

AG: Michele Bertilorenzi (;

 

Aldo Giannotti: www.aldogiannotti.com
Michele Bertilorenzi: http://marvel.com/comics/creators/10137/michele_bertilorenzi

 

Das Interview führte Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte

 

 

 

 

 

Jan Boelen in dialog with Indy Johar

As places where design is debated now and will be debated in the future, what is the duty and purpose of museums of applied arts? Which themes are relevant to everyday life? Which objects should be collected? And in what way and for what purpose?

The MAK posed these questions to nine globally renowned design pioneers. They participated in an experiment to investigate the significance of a collection of exemplary objects as a source of inspiration. In the process, each pioneer could have discussions with a person of his or her choosing—so-called “muses”—in the course of which they would shed light on the future of the applied arts, as well as share their perspectives on museums of applied arts. The result was a stimulating dialogue, which looks not only at the past but also tries to imagine the future!

Jan Boelen engages in a dialogue with London-based architect Indy Johar. They delve into questions about the museum as a laboratory for global knowledge and reflect upon the concepts of authorship, ownership, and (intellectual) property—issues that are very important for a museum.

Jan Boelen in dialog with Indy Johar / 150 Years of the MAK from MAK Wien on Vimeo.

Jan Boelen is founder and director of the Z33 House for Contemporary Art in Hasselt, Belgium, and head of the Social Design Department at the Design Academy in Eindhoven. Indy Johar is a designer of digital platforms for co-working. For Jan Boelen, design is political to the core, for it affects our production methods, our social structures, as well as our thoughts and feelings. When considering a collection of the future, he came up with a single object: Curiosity Cabinet (2014)—a cabinet by Commonplace Studio that demonstrates the limits of what is collectable.

Visitors of the exhibition EXEMPLARY: 150 YEARS OF THE MAK — FROM ARTS AND CRAFTS TO DESIGN are invited to use the online participation platform to comment on and contribute to this unique collection of exemplary objects.

 

App-Stories #2: Eintauchen in die MAK-App und ihre Features

 

Authentische Einblicke durch Videos, persönliche Audiokommentare von KuratorInnen, SammlungsleiterInnen und RestauratorInnen des MAK, greifbare Kontexte durch Originalfotos, Schnappschüsse von BesucherInnen und Comics internationaler ZeichnerInnen – das und mehr bietet ab 16.9. die neue MAK-App für Tablets. Fürs Erste tauche ich in das Feature „entdecken“ ein:

 

Eine Seite, die mit Schränken, Tassen, Vasen, Stühlen, Tischen, Kissen, Gläsern, Büchern möbliert ist. Dazwischen vereinzelte Verben – „schreiben“, „lieben“, „feiern“ und viele andere begegnen mir. Aber Vorsicht: Besser, ich gewöhne mich nicht an diesen Anblick, denn die Seite wird nie wieder so aussehen, wie ich sie jetzt vor mir sehe – sie baut sich stets aufs Neue auf, zeigt sich mir laufend in neuem Kleid, mit neuen Nachbarschaften von Gegenständen und Verben.

Ich lasse mich von einem Gegenstand zum nächsten treiben und nehme ersten Kontakt mit den Gegenständen, die die MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890­–1938 bevölkern, auf. Ich grabe tiefer und finde mehr über einen einzelnen Gegenstand heraus: Ich entscheide mich für einen Schrank und höre einen Audio-Beitrag, der von seinen ursprünglichen BesitzerInnen erzählt, sehe ein Video, das mir einen Blick in sein Inneres ermöglicht, oder ich entdecke Fotos des früheren Aufstellungsortes. Ich tauche immer tiefer in die Welt der angewandten Kunst ein, tippe ein Verb an und stocke. Was hat „weinen“ mit einem Schrank zu tun?

Sich überraschen lassen und ab 16.9. die MAK-App downloaden!

 

von Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte, MAK