Interdisziplinarität nachgefragt #2

Die VIENNA BIENNALE – noch bis 4. Oktober zu besuchen – ist die erste Biennale, die Kunst, Design und Architektur verbindet. Interdisziplinarität bedeutet dabei in erster Linie Anstoß zur Reflexion: Welche Begriffe sind charakteristisch für die jeweils anderen Disziplinen? Denken KünstlerInnen anders als DesignerInnen, wer spricht in welcher Form über deren Problemlösungen, Formfindung und Arbeitsweise?

Thomas Geisler, Kustode der MAK-Sammlung Design, hat für unseren Blog einige Fragen beantwortet.

Lieber Thomas, was wolltest du der Architekturbranche schon immer mitteilen?
Design ist NICHT Architektur im Kleinen. Es sind idente Entwurfsprozesse. Selbst der Maßstab ist nicht unbedingt ein Unterscheidungskriterium – vor allem in Zeiten der Digitalisierung. Gebaute Architektur hat jedoch per se eine höhere Haltbarkeit – nicht immer zum Vorteil –, aber Design könnte davon noch lernen.

Wer ist dein Lieblingsarchitekt oder deine Lieblingsarchitektin der Gegenwart?
Es gibt unterschiedliche Qualitäten, die ich an unterschiedlichen Architekten und Architektinnen schätze. Noch komme ich nicht in die Verlegenheit, eine Auswahl für mein Traumhaus treffen zu müssen. Zaha Hadid wird es nicht, so viel steht jedoch fest.

Was magst du an deiner Wohnung gar nicht?
Dass sie zu klein ist, wenn ich Gäste habe, und zu groß, wenn ich allein sein möchte.

Kannst du uns eine Ausstellung oder ein Buch zum Thema Architektur empfehlen?
Bernhard Rudofskys Architecture Without Architects: A Short Introduction to Non-Pedigreed Architecture von 1964.

Thomas Geisler ist Kustode der MAK-Sammlung Design. Gemeinsam mit Harald Gruendl hat er im Rahmen der VIENNA BIENNALE 2015 die Ausstellung 2051: Smart Life in the City kuratiert.

Ein Beitrag von Noëmi Leemann in Zusammenarbeit mit Sara Alavi Kia für die Abteilung Neue Lernkonzepte.

Foto © MAK/Nathan Murell

Interdisziplinarität nachgefragt #3

Die VIENNA BIENNALE – noch bis 4. Oktober zu besuchen – ist die erste Biennale, die Kunst, Design und Architektur verbindet. Interdisziplinarität bedeutet dabei in erster Linie Anstoß zur Reflexion: Welche Begriffe sind charakteristisch für die jeweils anderen Disziplinen? Denken KünstlerInnen anders als DesignerInnen, wer spricht in welcher Form über deren Problemlösungen, Formfindung und Arbeitsweise?

Marlies Wirth, MAK-Kuratorin, hat für unseren Blog einige Fragen beantwortet.

Liebe Marlies, was wolltest du der Designbranche schon immer mitteilen?
Ohne Gestaltung bricht die Welt zusammen! Aber das wissen die ja.

Wer ist dein Lieblingsdesigner oder deine Lieblingsdesignerin der Gegenwart?

Ich mag die Arbeiten von Marco Dessí (* 1976, Meran, Italien, www.marcodessi.com) und Patrick Rampelotto (* 1978 in Sterzing, Italien, www.patrickrampelotto.com), zwei junge, befreundete und auf wundervolle Weise sehr unterschiedliche Designer, die ihre Studios in Wien haben. Ich finde es spannend, ihren kreativen Prozess und die Entwicklung neuer Projekte zu beobachten und zu verfolgen. Sie können sich schon mal eine Stunde lang über die Verbindung eines Stuhlbeins mit der Sitzfläche unterhalten oder den perfekten Winkel, das richtige Licht – durch die Details lernt man viel über die grundlegenden Fragen: Was muss Design „können“, was funktioniert, was nicht.

Welches Designobjekt funktioniert für dich nicht?
Es ärgert mich tatsächlich, wenn Details nicht zu Ende gedacht sind, zum Beispiel die Abnutzung von Material, oder wenn Proportionen nicht stimmen …

Kannst du uns eine Ausstellung oder ein Buch zum Thema Design empfehlen?

Letztes Jahr habe ich zusammen mit dem Berliner Architekten Wilfried Kuehn an der großen HOLLEIN-Ausstellung im MAK gearbeitet. Dabei hat uns u. a. Hans Holleins Ausstellungsprojekt MANtransFORMS fasziniert, das er 1976 zur Eröffnung des Cooper-Hewitt National Museum of Design in New York entwickelt hat. Darin wird Design als Transformationsprozess analysiert: Im Zentrum steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen (wie Zusammenleben, Essen, Kleidung etc.), unter seiner Hand wird Materie in Gegenstände verwandelt. So kann beispielsweise anhand von einem Stück Stoff der Designprozess bis zur Entwicklung komplexer zivilisatorischer Errungenschaften abgeleitet werden. Vom Schutz des Körpers (Kleidung, Grabtuch) über Architektur (Stoff, als Zelt gespannt) bis hin zu nationaler Identität (Flagge), Energiegewinnung und Mobilität (Windmühle, Segel). Diese Haltung ist für mich ein grundlegendes Thema im Bereich Design. Der originale Ausstellungskatalog dazu ist wie ein Künstlerbuch gestaltet und ebenso visionär wie aktuell (leider ist er bereits vergriffen, aber in vielen Bibliotheken vorhanden, auch im MAK)! Der kurz darauf erschienene Katalog über das Ausstellungskonzept von MANtransFORMS ist ebenso spannend und immer noch erhältlich.

Marlies Wirth kuratierte aktuell die Gruppenausstellung 24/7 the human condition im Rahmen der VIENNA BIENNALE 2015 am MAK.

Ein Beitrag von Noëmi Leemann in Zusammenarbeit mit Sara Alavi Kia für die Abteilung Neue Lernkonzepte.

Fotos © Marlies Wirth

Celia-Hannes über Design und die Bauwerk:Stadt

Kurzinterview mit dem Designduo Celia-Hannes über Design und die Kooperation mit der Bauwerk:Stadt des Wiener Familienbunds im Rahmen der VIENNA BIENNALE-Ausstellung 2051: Smart Life in the City.

Die von euch entworfenen Produkte oder Möbel sind nicht immer für den Verkauf bestimmt. Wie beschreibt ihr euren Zugang zu Design?

Wir sehen Design als eine vielumfassende Profession und versuchen mit unserer Praxis, eine verantwortungsbewusste Haltung zu vermitteln. Dabei ist es uns wichtig, unsere Umwelt zu gestalten. Wir experimentieren viel mit Materialien und testen einfache Handwerkstechniken, um Objekte für neue tägliche Rituale zu schaffen – Objekte, mit denen man sich verbunden fühlen kann.

Neben dem Schaffen von Objekten geben wir das unabhängige Magazin Revue DAS heraus. In der ersten Ausgabe haben wir uns mit zukunftsweisenden Ideen von DesignerInnen und ArchitektInnen der jüngeren Vergangenheit auseinandergesetzt und diese in die Gegenwart übergeführt, um Dogmen unserer Zeit zu hinterfragen.

Das MAK und der Familienbund sind dieses Jahr an euch herangetreten, um die Bauwerk:Stadt mit Design-Workshops zu begleiten. Wie reflektiert ihr als DesignerInnen diese Erfahrung?

Wir sind vom Projekt Bauwerk:Stadt fasziniert, da es Kindern die Möglichkeit gibt, ihre eigene Umwelt zu gestalten. Unsere Design-Workshops sollten den Kindern neue Konstruktionsfähigkeiten vermitteln und ihnen näherbringen, dass jedes Material spezifische Eigenschaften und Qualitäten hat. Wir finden, dass das in einer Zeit, in der der Bezug zur Herstellung von Objekten und Möbelstücken vollkommen verloren gegangen ist, extrem wichtig ist. Bedeutend ist auch, dass man mit simplen Techniken und wenig Werkzeugen – im Sinne des Konzepts von Bricolage (der französische Begriff für „Do it yourself“) – selbst zur Akteurin und zum Akteur werden kann.

Ihr habt bereits an vielen Orten an Artist-in-Residence-Programmen für DesignerInnen teilgenommen. Warum macht ihr das und wo seht ihr das Potenzial der Teilnahme an Design-Workshops und Residencies?

Unsere Kurzaufenthalte in Kapstadt, Chongqing, Paris oder New York sind ein wichtiger Bestandteil unserer Designpraxis. In einem limitierten Zeitraum versuchen wir, den lokalen Kontext bestmöglich aufzusaugen und eine Serie von Objekten zu schaffen. Diese reflektiert Handwerkstechniken und Materialien, die man meist nur vor Ort findet. Es hilft uns, unsere Designpraxis weiterzuentwickeln.

Das Thema der VIENNA BIENNALE 2015 ist „Ideas for Change“. Welche Rolle spielt für euch die soziale Welt im Design? Wie kann Design eurer Meinung nach zu einem positiven Wandel in der Gesellschaft beitragen?

Wir sind überzeugt, dass man als DesignerInnen Objekte schaffen kann, die unser alltägliches Leben unterstützen können. Wir finden jedoch auch, dass wir mehr langlebige Objekte brauchen, die mehrere Generationen überdauern können, nachhaltig und ressourcenschonend sind.

Das französisch-österreichische Duo Celia-Hannes arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst und Design. Célia Picard und Hannes Schreckensberger fasziniert die Bedeutung und Einfachheit von Objekten, weshalb sie in ihrer forschungsbasierten Praxis versuchen, zu reduzieren. Einen Schwerpunkt legt Celia-Hannes auf die Entwicklung von Objekten, die Zufriedenheit verleihen können. Im Bewusstsein der Auswirkungen von Herstellungsprozessen auf unsere Lebensqualität berücksichtigt Celia-Hannes stets den sozialen, symbolischen und ökologischen Kontext. Die rätselhaften Formen, die das Duo kreiert, laden ein, neue Anwendungen und Rituale zu erfinden. www.celiahannes.net

Interview: Hannah Varga (Assistenz, MAK-Sammlung Design)
Fotos © Celia-Hannes

 


App-Stories #5:
Wien 1900, Wien und der Comic: der Zeichner Andre Breinbauer im Interview

Aus der (Zeichen-)Feder von Andre Breinbauer, einem Wiener mit deutschen Wurzeln, stammt den zweiten Comic auf der MAK-App für Tablets. Seit langem Teil der österreichischen Comic-Szene, führt uns Andre Breinbauer in seinem Fünfseiter „Darf ich bitten?“ mit dramatisch-melancholischen Blick ins Wien der Jahrhundertwende. Ausgangspunkt für die Story bildet – so die Vorgabe – ein Objekt der MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938. Nach Josef Franks Toilettetisch (um 1925) handelt es sich dieses Mal um einen Halsschmuck (1910) von Carl Otto Czeschka: In den vergangenen Monaten von BenutzerInnen der MAK-App zahlreich fotografiert, fand er sich häufig auf der interaktiven „Pinnwand“ der App wieder. Das Wiener Werkstätte-Objekt ist Teil des Comics, der in Breinbauers reduziertem, jedoch zum Perfektionismus getriebenem Stil Blitzlichter auf die Gesellschafts- und Sozialgeschichte des „Wien um 1900“ wirft.

Kuratoren „Wien 1900 meets Comic“: Michele Bertilorenzi und Aldo Giannotti

© Izabela Nowak

© Izabela Nowak

Seit wann zeichnest du Comics?

Ich bin mit bunt bebilderten Heftchen aufgewachsen: Fix und Foxi, Mickey Mouse, Clever und Smart, Asterix und Obelix oder Yps waren regelmäßige Mitbringsel meiner Eltern aus dem Bahnhofskiosk. Sie haben mich mehr fasziniert als Kinderbücher: Als ich noch nicht lesen und schreiben konnte, war die sequentielle Erzählform für mich einfacher zu verstehen. Ich eiferte dem nach und begann auf kindliche Weise meine Geschichten in dieser Art aufs Papier, auf Wände oder in die Kochbücher meiner Mutter zu bringen. Seitdem ziehen sich Comics wie ein roter Faden durch mein Leben, ob als Zeichner oder als Sammler.

Arbeitest du hauptberuflich als Comic-Zeichner?

Leider nein! Mein Geld verdiene ich als Illustrator, Comic-Zeichenlehrer, Grafikdesigner und Filmvorführer.

Hast du eine spezielle Ausbildung absolviert?

Was Comics angeht, muss ich das verneinen. Ich habe Grafikdesign an der Kunstakademie in Nürnberg studiert.

Hat sich dein Zeichenstil im Laufe der Zeit verändert?

Auf alle Fälle. Früher war mein Zeichenstil eher realistisch, was mit meinen damaligen Vorbildern zu tun hatte (Bernie Wrightson, Brian Bolland, Frazetta). Ich habe aber schnell bemerkt, dass ich nicht die Disziplin und Geduld hatte, durchgehend längere Geschichten in dieser Art zu zeichnen. Aus meiner Faulheit heraus entwickelte ich einen immer stärker reduzierten Stil, der sich nicht mehr sklavisch an Proportionen und eine korrekte Anatomie hielt. Ironischerweise entstand daraus eine Art von Perfektionismus, sodass ich jetzt länger für eine Seite brauche als früher.

Was hat dich am Projekt „Wien 1900 meets Comic“ interessiert?

Eigentlich ist das ganz einfach zu erklären. Ich wollte meine Arbeiten schon immer in einem Museum ausstellen. Jetzt ist mir das gelungen… Nur digital, aber es ist ein Anfang. Außerdem fand ich das Konzept interessant, einen Comic zu einem Objekt aus dem Museum zu zeichnen. Wer fragt sich nicht, was die stummen Zeugen der Vergangenheit womöglich zu erzählen hätten…?

© Andre Breinbauer

© Andre Breinbauer

Wie bist du zur Story für den Comic gekommen, der nun in der MAK-App erschienen ist?

Zu viel darf ich nicht verraten, weil ich nicht spoilern möchte. Eines war mir aber klar: Der Comic sollte in der Zeit des Jugendstils spielen, und deshalb recherchierte ich in einigen Kunst- und Fotobänden. Koloman Moser, Karl Alexander Wilke, Oskar Kokoschka, Gustav Klimt u. s. w. – so lieblich, mythologisch, träumerisch und ornamental der Jugendstil auch war, er hatte etwas sehr, sehr Düsteres und Melancholisches. Deshalb blieb ich bei einem Gemälde von Klimt hängen, das ich mit der Halskette von Carl Otto Czeschka und dem Begriff „aufdonnern“ kombiniert habe. Das löste eine Assoziationskette bei mir aus – und fertig war die Geschichte.

Ist Comic in Österreich ein Thema, das an Popularität gewinnt?

Auf jeden Fall. Zwar noch ein wenig langsam, aber stetig. Die Vorurteile gegen die „neunte Kunstform“ verschwinden allmählich. Die Kritiker verstummen, weil preisgekrönte Publikationen vermehrt in Buchgeschäften zu finden sind. Vienna Comix, das Nextcomic-Festival in Linz, der Indie Comix Day und die Comics-Box sind gut besuchte Institutionen in Österreich, die jährlich mehr und mehr an Stellenwert gewinnen.

Wie schätzt du die Situation von Comic-ZeichnerInnen in Österreich ein?

Wenn der positive Trend weiter geht, wird auch die Situation für ZeichnerInnen besser werden. Comic-Publikationen aus Österreich haben leider noch einen kleinen Anteil, da Verlage nur ein geringes Interesse daran haben Comics in ihr Programm aufzunehmen. (Ich betone „Comics“, denn Karikaturen und Cartoons sind zwar verwandte Formen, aber nicht dasselbe wie Comics.)

Wer sind die vielversprechendsten jungen Talente in Österreich?

Hmmm… Das ist eine schwierige Frage für mich, weil die Bezeichnung „junges Talent“ dehnbar ist und sich nicht unmittelbar auf das Alter beziehen muss. Einige erkennen erst spät ihre Leidenschaft für das Medium, und andere hatten womöglich nie die Chance ihre Arbeiten zu veröffentlichen. Die österreichische Comic-Landschaft ist leider nicht mit der italienischen oder französischen zu vergleichen, denn dort gibt es beispielsweise auch Ausbildungsstätten für Comic-ZeichnerInnen. Von dieser Art der Comic-Kultur sind wir noch weit entfernt, und deshalb ist es für mich schwierig den Begriff „junge Talente“ zu definieren. Ein gutes Beispiel für Comic-ZeichnerInnen, die sich selbst organisieren um ihre Publikationen unter die Leute zu bringen, sind die Mitglieder des Wiener Comic-Stammtisches. Seit ca. zwei Jahren bringt dieser Comic-Stammtisch unter den Label Tisch14 Anthologien heraus. Meistens liegt diesen ein gewisses Thema zugrunde, wie zum Beispiel Musik, Donau, Das Ende der Welt oder Alles für die Katz. Letztendlich entscheidet aber der persönliche Geschmack der Leserin oder des Lesers, wer als vielversprechendes Talent gilt. Ich kann Interessierten nur empfehlen, sich lustvoll durch Comics zu schmökern und das Genre durch den Kauf eines Heftes zu unterstützen.

 

Andre Breinbauer: http://automixis.tumblr.com

 

Das Interview führte Beate Lex, Leitung Neue Lernkonzepte

Valentin Ruhry – Bitcoin und Instagram


Valentin Ruhry in der Ausstellung, 2014
© MAK/Marlies Wirth

Valentin Ruhry ist bekannt für seine minimalistischen Skulpturen und seine absolute formale Konsequenz. Er versteht sich als Bildhauer mit recherchebasiertem, konzeptuellem Approach. Oft arbeitet der Künstler mit dem Medium Licht als Material, bzw. untersucht Alltagsobjekte auf ihre physikalisch messbaren Eigenschaften (wie Spannung, Reibung, etc.). Valentin (*1982 in Graz) studierte Bildhauerei bei Erwin Wurm an der Wiener Angewandten und am National College of the Arts in Oslo, Norwegen.

Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in den USA im Vorfeld der MAK-Ausstellung vertiefte der Künstler seine Recherchen zu dezentralen Märkten und alternativen Währungen, und dem „neuen“ Kunstmarkt, der auf sozialen Netzwerken wie Instagram über digitale Emotion getriggert wird. Bereits Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit dem Künstler Andy Boot ein Projekt gestartet, das sich im Kontext der Cyberwelt mit dem Kunstmarkt beschäftigt: Auf der Plattform www.cointemporary.com bieten Ruhry und Boot Arbeiten anderer Künstler unterschiedlicher Generationen zum Verkauf an. Bezahlt werden soll in der alternativen Währung Bitcoin, mit dem Ziel eine kritische Hinterfragung des faktischen Marktwerts von Kunstwerken anzukurbeln.

„Das Internet ist technisch gesehen eine dezentrale Infrastruktur, die sich jedoch durch die Omnipräsenz und das Zusammenwirken globaler Unternehmen immer mehr zu einer digitalen Diktatur entwickelt.“, sagt Valentin, der sich im Kontext mit der MAK-Ausstellung für wirtschaftsökonomische Grundlagen interessiert und u.a. auf den österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter (1883–1950) verweist.

Dabei gibt es auch eine Verbindung zu Marshall McLuhan, der in seinem Buch The Global Village das World Wide Web fast dreißig Jahre bevor es erfunden wurde als „weltumspannende Dorfgemeinschaft“ prophezeite. Die „digitale Diktatur“ findet sich auch in Dave Eggers The Circle (2013) wieder, wo das Prinzip Sharing is Caring in die totale Transparenz umkippt.

Am Donnerstag, 20. November um 17 Uhr sprechen Valentin Ruhry und MAK-Kuratorin Marlies Wirth in der Ausstellung über das Internet, Apple, und die Folgen!

 

───────
twittert mit uns über die Ausstellung: @MAKwien
zeigt uns eure Fotos auf instagram: @MAK_vienna
#ValentinRuhry